Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise sind krisengetrieben

Internationaler Markt

Gestern stiegen die Ölnotierungen erneut. Eine Explosion an einer Gaspipeline, Schließung einer Raffinerie im Irak und Probleme an einer russischen Raffinerie. Der Nahe Osten ist in Aufruhr. Aber anders als im arabischen Frühling geht es nicht um einen vermeintlichen demokratischen Aufbruch, sondern um Verteilungskämpfe. Die fehlende Teilhabe der Massen am Reichtum Weniger und die Perspektivlosigkeit weiter Teile der Bevölkerung werden instrumentalisiert. Das Entsenden eines Kampfkontingents der USA in den Irak trägt nicht zur Lösung dieser Probleme bei. Das Gemisch einer Logik steigender Gewalt und Anarchie ist der Treibstoff steigender Ölpreise. Der Rest sind emotionale, nervöse Märkte, die Käufe und Verkäufe im Sekundentakt per Tastendruck erledigen.

Zusätzlich zu den fundamentalen, politischen, wirtschaftlichen und militärischen Einflüssen kommen charttechnische Impulse hinzu. Wenn, so wie gestern, sogenannte Widerstandslinien durchbrochen werden, schließen sich Anschlusskäufe an, die aus automatisierten, mathematischen Handelssystemen gesteuert werden. Diese Systeme neigen dazu Trends zu verstärken. Zurzeit läuft dieser Mechanismus gegen die deutschen Heizölverbraucher.

Der Euro verliert gegenüber dem Dollar. Als Krisenwährung erhält der Dollar immer noch den Vorzug vor dem Euro. Dies ist auch jetzt der Fall. Schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone lassen die Gemeinschaftswährung sinken. Leider ist aus dieser Richtung ebenfalls keine Besserung in Sicht.

Heute Morgen bleiben die Notierungen auf dem Niveau der gestrigen Schlusskurse. Die Tonne Gasöl kostet 927,25 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 106,40 Dollar und in London zu 113,11 Dollar gehandelt. Der Euro kostet 1,3547 US-Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise verharren auf erhöhtem Niveau. Es gibt nur wenig Bewegung. Nach dem letzten Anstieg fällt die Gegenreaktion sehr schwach aus. Damit verhalten sie sich entsprechend der Ölpreise an den Ölbörsen.

Der Binnenmarkt wartet die aktuellen Spannungen ab. Die Kunden sind vom starken Anstieg abgeschreckt. Das halten wir für vernünftig, da sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt hat, dass sich starke Preisanstiege durch Gewinnmitnahmen an den Börsen wieder relativierten.

Unser mathematisches Tiefpreis-System weist ebenfalls keinen guten Kaufzeitpunkt aus. Dies ist aufgrund des letzten Anstiegs auch unmöglich. Die Meinung unserer Kunden teilen wir in der Weise, dass auch wir an eine baldige Preissenkung nicht glauben. Eine Mehrheit glaubt, dass der Heizölpreis sogar steigt.

Die Preisentwicklung läuft im kurzfristigen Bereich in einen Aufwärtstrend hinein. Mittelfristig bleibt es derweil noch bei einem seitlichen Verlauf. Allerdings sieht auch der bereits leicht gefährdet aus. Der Vergleich mit den Vorjahren fällt entsprechend schlechter aus als zuletzt. Der aktuelle Heizölpreis ist nur noch gegenüber 2012 und 2013 deutlich günstiger. Die einzigen Kaufgründe sind ein leerer Heizöltank oder die Befürchtung, dass die Heizölpreise weiter steigen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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