Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise sind politische Preise

Internationaler Markt

Die geopolitischen Unruheherde werden ihrer Aufgabe gerecht. Sie sorgen für Unruhe. Damit treiben sie die tendenziell fallenden Ölpreise immer wieder aufwärts. Ganz oben auf der Liste der streitbaren Regionen stehen die Ukraine, Libyen und der Südsudan.

Aufgrund des abgehaltenen Referendums in der Ostukraine sieht sich der Westen gezwungen, die Sanktionsspirale gegen Russland weiterzudrehen. Dabei kommen wir immer näher an das Energiethema, also die Öl- und Gaslieferungen, heran. Der saudische Ölminister lässt sich die Gelegenheit zu Preissticheleien nicht nehmen, indem er betont, dass sein Land etwaige Ausfälle aus Russland kompensieren könne. Saudi Arabien verfügt derzeit über Reservekapazitäten von gut zwei Mio. Barrel pro Tag. Die russischen Lieferungen nach Europa betragen knapp sechs Mio. Barrel pro Tag.

In Libyen verweigern Separatisten das Gespräch mit dem neuen Ministerpräsidenten Ahmed Miitig. Dieser ist durch eine umstrittene Wahl an die Macht gekommen. Er ist der fünfte Regierungschef seit dem Sturz Gaddafis. Der Geschäftsmann Miitig wird von Islamisten politisch unterstützt. Die gerade wieder aufgenommenen Öllieferungen aus Libyen kommen durch den Konflikt zwischen den Separatisten und der bedeutungslosen Zentralregierung erneut zum Erliegen. Libyen ist ein unrühmliches Beispiel für die „Befreiungspolitik“ westlicher Staaten unter Führung der USA.

Im Südsudan wurde ein Friedensabkommen zwischen Rebellen und Regierung wenige Stunden nach Unterzeichnung durch Waffenhandlungen infrage gestellt. Das Abkommen taugt gegenwärtig nicht einmal als Waffenstillstandsvertrag. Die Öllieferungen des Landes sind mittlerweile vom Bürgerkrieg betroffen, bei dem bereits mehrere tausend Menschen ihr Leben ließen.

Das war ein Auszug aus der Liste bullischer Nachrichten. Bärisch könnte folgende Meldung wirken: In dieser Woche werden die Verhandlungen für ein dauerhaftes Atomabkommen mit dem Iran wieder aufgenommen. Bisher verliefen die Gespräche, die viele technische Aspekte betrafen, hoffnungsvoll. Wenn alles gut gehen sollte, wird bis zum 20. Juli ein Vertrag geschlossen, der den Iran als vollwertigen Lieferanten in den Ölmarkt zurückbringt.

Den stärksten bärischen Impuls liefern seit langer Zeit die USA mit ihrem Ölboom. Daran wird sich sobald auch nichts ändern.

Heute Morgen ist noch nicht zu erkennen, wohin Finanzjongleure die Ölpreise steuern werden. Hingegen zeigt sich, dass der Euro nach seinen jüngsten Verlusten wieder etwas besser gestellt wird. Die Tonne Gasöl kostet 908,50 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 100,08 Dollar und in London zu 108,16 Dollar gehandelt. Der Euro kostet 1,3767 US-Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise zeigen wenig Bewegung. Das kann man von den Vorgaben durch die Ölnotierungen zwar nicht behaupten. Entscheidend ist aber, was am Ende eines Handelstages herauskommt. Und da standen zuletzt ähnliche Zahlen wie am Beginn. Insofern gilt für das Börsentreiben, viel Bohei um nichts. Anders sah es beim Dollar aus. Der lief vor dem Wochenende gegen uns. Der Binnenmarkt ist relativ belebt, wie unser Heizölkauf-Barometer zeigt. Die Rabatte in den Preisen wurden aber nicht vollständig aufgerieben. Wenn die Nachfrage brummen sollte, würden preistreibende Effekte aus dem Binnenhandel für Auftrieb sorgen. Die Gefahr sehen wir derzeit nicht. Unser Tiefpreis-System empfiehlt die aktuellen Preise nicht mehr zum Kauf. Gleichwohl konstatierten wir, dass sie noch recht freundlich sind. Die Einschätzung unserer Leser zur Preisentwicklung ist weniger bärisch als in den letzten Tagen. Wer auf tiefere Preise spekuliert, wozu sämtliche Trendbetrachtungen nach wie vor einladen, braucht Risikobewusstsein, Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Ukraine kommt nicht aus der Krise
Libysche Ölindustrie kommt nicht auf die Beine
US-Bestandsdaten

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Mehr Öl aus der Nordsee im Juni
Rezessionsgefahr in Russland
Verhandlungen um iranisches Atomprogramm

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