Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise suchen neue Richtung

Internationaler Markt

Der Abwärtstrend der Ölnotierungen ist intakt. Das ist eine charttechnische Aussage, die auf der Fortentwicklung einer Vergangenheitsbewegung basiert. Sie gibt nicht das wieder, was sich aktuell an den Ölbörsen abspielt. Dort scheint sich ein Ende der Abwärtsbewegung abzuzeichnen. Finanzjongleure suchen ein neues Gleichgewicht. Diese Einschätzung passt mittlerweile besser zu dem, was wir über den physischen Markt wissen. Er ist gut versorgt. Perspektivisch droht ihm eine deutliche Überversorgung. Noch liegt diese nicht vor. Bei weiter sinkenden Preisen könnte sie sogar verhindert werden, weil geplante Produktionszuwächse nicht immer kostendeckend wären und deshalb nicht stattfinden.

Die Einschätzung setzt voraus, dass das Geld- und Finanzsystem nicht zusammenbricht. Das ist alles andere als selbstverständlich. Es wurde in den letzten Jahren ohne jede Bindung zur Realwirtschaft aufgeblasen und droht praktisch täglich zu platzen. Wir sehen einen extrem instabilen Zustand, der aber durchaus Jahre oder Jahrzehnte überdauern kann. Von Zeit zu Zeit wird die Finanzszene von Angstzuständen geplagt. Dabei fallen die Ölpreise üblicherweise, um sich später wieder zu erholen. Für die Therapie gegen die Angstzustände sind die Notenbanken zuständig. Sie verabreichen Frischgeld.

Heute Morgen befinden sich die Börsen weiterhin im Suchmodus. Dabei ist keine heftige Bewegung zu erkennen. Charakteristisch für den Zustand ist die uneindeutige Veränderung zu gestern. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 740,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 82,44 Dollar und in London zu 86,26 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7853 Euro . Damit kostet der Euro 1,2743 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise zeigen in den letzten Tagen kleine Schwingungen um ein gleichbleibendes Niveau. Sie deuten auf ein Ende der scharfen Abwärtsbewegung hin. Charttechnisch ist der Abwärtskanal in der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreistendenz zwar noch gültig. Wir müssen aber mit einer anstehenden Änderung rechnen.

Der Binnenmarkt ist sehr belebt. Die Fähigkeiten des Handels werden gleichwohl nicht überfordert. Die Lieferzeiten sind etwas länger aber durchaus passabel. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht wieder auf der höchsten Stufe.

Der Glaube an günstigeres Heizöl ist gegenüber gestern ein wenig gestiegen. Das zeigt die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung. Darin erkennen wir eine Reaktion auf die erneute Abwärtsdrehung der Preise. Hinter den vielen Käufern stehen offensichtlich weiterhin viele Beobachter. Sie werden zu Käufern, wenn sie der Spekulation überdrüssig sind oder wenn ihr leerer Tank den Kauf verlangt.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt nicht mehr in allen Teilen Deutschlands ein Kaufsignal. Dort, wo es ansteht, deckt es sich mit einer Preiszufriedenheit der Kunden. Dort, wo es erloschen ist, werden Käufe nachgeschoben, um sich gegen davonlaufende Preise zu schützen. Wer dem erloschenen Signal trotzt und weiterhin auf tiefere Preise setzt, braucht starke Nerven. Das Auftreten eines neuen Preistiefs in diesem Winter ist alles andere als sicher.

Die Preistrends weisen in allen relevanten Bereichen abwärts. Das ist natürlich eine Einladung, weiter auf noch attraktivere Preise zu spekulieren. Viele potenzielle Käufer folgen ihr. Man sollte diese Spekulation aber nicht überziehen, sonst kann sie in einem persönlichen Misserfolg enden.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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