Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise unterbieten alle Tiefs der letzten drei Jahre

Internationaler Markt

Geschichte wiederholt sich nicht, aber Geschichte kennt wiederkehrende Gemengelagen. Derzeit erinnern einige Vorkommnisse am Ölmarkt an jene der 1980er Jahre. Damals befand sich die Weltwirtschaft zeitweise in einer schweren Rezession. Zwischen 1979 und 1983 sank der Ölbedarf. Der Ölpreise gab sogar sechs Jahre lang nach. Die OPEC bemühte sich, den Verfall zu stoppen. Sie wollte die bis dato höhere Produktion der Nachfrage angleichen. Das Vorhaben wurde nur unzureichend durchgesetzt. Die Mitglieder hielten sich nicht an ihre Quotenversprechen und pumpten mehr Öl als abgemacht in den Markt. 1985 hatte Saudi Arabien genug von den unerfüllten Ankündigungen und konfrontierte die Interessengemeinschaft mit einer Schocktherapie. Die Scheichs fluteten den Markt mit Öl und ließen den Preis ultimativ erodieren. Die Botschaft schien im Kartell verstanden worden zu sein. Bald darauf gelang es, den Preisverfall zu stoppen. Heute kann man darüber streiten, ob die OPEC oder die genesene Konjunktur dafür sorgte, dass ab 1986 ein temporärer Preisanstieg einsetzte.

In der letzten Woche machte Saudi Arabien erneut deutlich, dass es nicht gewillt ist, gegen den Preisrückgang am Weltmarkt allein zu kämpfen. Mit einer Preissenkung um bis zu einen Dollar pro Barrel bemüht sich das Land, seine Marktanteile zu sichern. Diese werden durch die gewachsene Produktion bei einigen OPEC-Mitgliedern und in Nordamerika infrage gestellt. Die Messe dürfte mit der Maßnahme noch nicht endgültig gelesen sein, zumal die Produktion in wichtigen Förderländern weiter zunehmen wird. Die Ölnotierungen bleiben einstweilen im Abwärtstrend.

Die EZB kündigt seit einiger Zeit drastische Maßnahmen gegen die Konjunkturschwäche in der Eurozone an. Angedacht ist eine Politik des ultralockeren Geldes. Von Zeit zu Zeit erinnert Mario Draghi (EZB-Chef) daran, diese tatsächlich umzusetzen. Damit sorgt er für den Verfall des Eurowerts. In den USA war die Maßnahme mit realer Geldflut scheinbar erfolgreich. Zumindest erholen sich die Konjunkturdaten seit einigen Monaten. Mit jedem freundlichen Indikator wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbank dort die Zinsen anheben wird. Das lässt den Euro noch tiefer sinken. Auch in dieser Angelegenheit ist die Messe noch lange nicht gelesen. Der Abwärtstrend des Euros wird andauern.

Heute Morgen zeigen die Börsen so etwas wie die Andeutung von Gegenbewegung zu den Läufen der letzten Woche. Ernsthaft sehen die nicht aus. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 783,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 89,85 Dollar und in London zu 92,14 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7979 Euro . Damit kostet der Euro 1,2533 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben weiter nach. Die Preise der letzten drei Jahre sind unterboten, wie die 36-Monats-Darstellung der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt.

Der Binnenmarkt ist belebt aber keinesfalls von einer Bestellflut überrollt. Die Belieferungen können weitgehend zeitnah und nach wie vor termingerecht ausgeführt werden. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, zeigt höchste Zufriedenheit mit den Preisen an.

Aber auch die Preisentwicklung wird von unseren Lesern wieder äußerst positiv eingeschätzt. Sie erwarten weiteren Rückgang. Daraus kann man schließen, dass eine nennenswerte Zahl von potenziellen Kunden bereitsteht, bei der nächsten Preiswende zu ordern.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt erneut ein Kaufsignal. Das deckt sich mit dem Kaufverhalten der Kunden und es widerspricht nicht der Preiseinschätzung der Leser. Wer auf noch tiefere Preise spekuliert, sollte das Geschehen eng verfolgen, um nicht von der nächsten Aufwärtsbewegung überrascht zu werden.

Die Preistrends weisen in allen relevanten Bereichen abwärts. Das ist natürlich eine Einladung, weiter auf noch attraktivere Preise zu spekulieren. Man sollte diese Spekulation aber nicht überziehen, sonst kann sie in einem persönlichen Misserfolg enden. Bleibt zu erwähnen, dass die Heizölpreise nun Kurs auf die Tiefstände nehmen, die vor vier Jahren auftauchten.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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