Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise vom Dollar getrieben

Internationaler Markt

Still und leise klettert der Dollar aufwärts. Seit Anfang Mai hat er fast drei Prozent an Wert gewonnen, der als Aufschlag im Heizölpreis landet. Ursächlich ist die Kombination der Geldpolitiken von EZB (Europa) und FED (USA). Die eine Notenbank lockert sie immer weiter. Die andere versucht die totale Lockerung rückgängig zu machen. Damit wird unsere Währungsbefürchtung aus dem ersten Quartal bestätigt.

Rohöl aus der Nordsee legte im gleichen Zeitraum gut zwei Prozent zu. Wer sich an diesem Wert beim Heizölkauf orientiert und einen Gesamtanstieg von fünf Prozent vermutet, liegt allerdings falsch. Maßgeblich für Heizöl sind die Gasölnotierungen. Sie verloren seit Anfang Mai ein Prozent an Wert, so dass insgesamt nur gut ein Prozent Preissteigerung für Heizöl übrig blieb.

Derzeit verspricht die Lage am globalen Ölmarkt keine Verbesserung, die einen deutlichen Rückgang der Ölnotierungen erwarten lässt. Da ist der schwelende Ost-West-Konflikt, der zwar die eine oder andere Beruhigung erfährt, insgesamt aber immer wieder in gegenseitigen Schuldzuweisungen bezüglich der Missstände in der Ukraine mündet. Immerhin, den Gashahn haben die Russen gestern nicht zugedreht, obwohl das Ultimatum zur Begleichung der ukrainischen Restschuld abgelaufen ist. Man verhandelt noch.

Da sind die Verhandlungen um das iranische Atomprogramm, die festgefahren sind und in Konsequenz keine zusätzlichen Öllieferungen erlauben. Da ist der Totalausfall Libyens als Öllieferant. Da ist der Irak, der zwar erfreuliche Steigerungen der Ölproduktion meldet, der aber ebenfalls in einen Bürgerkrieg abzudriften droht, weil die Staatsgewalt ihre Macht in Teilen des Landes an fundamentalistische Krieger verliert. Und da sind die OPEC-Reservekapazitäten, von denen, wenn sie zum Ausgleich der Fehlmengen aktiviert werden, nicht viel übrig bleibt.

Positiv schlägt natürlich die Produktionssteigerung der USA zu Buche. Sie wird allerdings tendenziell überschätzt. Wenn alles gut läuft, wird das Land in 2016 die Hälfte seines Ölbedarfs aus eigenen Quellen decken können. Zu einer Vollversorgung wird es nie reichen. Ein Lichtblick ist darüber hinaus die wirtschaftliche Entwicklung, die grosso modo hinter den Erwartungen zurück bleibt und somit die Nachfragesteigerung für Öl dämpft.

Den auffälligsten Einfluss auf die Preisentwicklung hierzulande erwarten wir aber weiterhin vom Dollar. Er dürfte seine Aufwärtsbewegung im Jahresverlauf fortsetzen. Heute Morgen ist das schon wieder der Fall. Die Ölnotierungen tendieren eher seitwärts. Die Tonne Gasöl kostet 890,25 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 104,47 Dollar und in London zu 109,81 Dollar gehandelt. Der Euro kostet 1,3543 US-Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise steigen weiter. Aktuell ist der Dollar ein stärkerer Treiber als die Ölnotierungen. Man darf daraus schließen, dass das geopolitische Tohuwabohu gestern wenig Beachtung an den Ölbörsen fand.

Käufer halten den Binnenmarkt lebendig. Noch wird ordentlich gekauft, wie unserem Heizölkauf-Barometer zu entnehmen ist. Nun sind die Kunden im Markt, die sich vor einem weiteren Preisanstieg schützen wollen. Der Handel zeigt keine Überforderung an. Binnenmarktinduzierte Preissteigerungen sehen wir nicht.

Das Tiefpreis-System hat sämtliche regionalen Kaufsignale zurückgesetzt. Es spricht keine Kaufempfehlung mehr aus. Wir weisen darauf, dass es nichts von den geopolitischen Rahmenbedingungen „weiß“. Es ist pure Mathematik. Unsere Leser reduzieren ihre Erwartung auf fallende Preise gegen Null, was einer 50 zu 50 Verteilung entspricht. Wir teilen diese Meinung.

Die Preisentwicklung kommt definitiv nicht aus der Konsolidierungsphase heraus. Aktuell befindet sie sich in einer deutlich steigenden Welle. Uns bleibt als freundlich spekulative Äußerung derzeit nur, auf den Umstand hinzuweisen, dass am Ende solcher Konsolidierungen oft die Fortsetzung des ursprünglichen Trends steht. Das wäre der Abwärtstrend. Sicherer ist es allerdings, auf die aktuellen Preise zu setzen. Sie sind immer noch kaufenswert. Heizöl ist günstiger als in den letzten drei Jahren zum gleichen Zeitpunkt.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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