Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise vom Dollar getrieben

Internationaler Markt

Öl wird teurer, weil der Krieg in der Ostukraine die Spannungen zwischen West und Ost erhöht. Diese Spannungen dürften den noch lebenden Betroffenen im Kriegsgebiet herzlich egal sein. Sie zahlen für die jahrelange politische Unfähigkeit zum Dialog den höchsten denkbaren Preis. Und selbst Finanzjongleure werden sich nicht lange mit quälenden Spekulationen über irgendwelche Reaktionen aus Brüssel oder Berlin beschäftigen. Sie werden ihre Positionen am hohen Ölangebot ausrichten, das trotz aller Kämpfe in irgendwelchen Ölgebieten auf der Welt weiter wächst.

Der Dollar wird teurer. Dieser Umstand ist für Heizölkäufer der deutlich interessantere Aspekt der Preisentwicklung. Der bullische Lauf der Währung geht nun in den fünften Monat. Ein Ende ist nicht in Sicht. Aktuell wird er durch gute Konjunkturdaten aus den USA und schlechte Konjunkturdaten aus der Eurozone getrieben. Der stärkere Einfluss kommt allerdings von den Notenbanken. Die FED bemüht sich, die Entwertung des Dollars durch ihre lockere Geldpolitik zu beenden. Die EZB will mit der Intensivierung einer solchen Politik die Entwertung des Euros vorantreiben.

Heute sind keine nennenswerten Impulse von den Ölbörsen zu erwarten. In den USA begeht man den Labor Day. Die Parkettbörsen bleiben deshalb geschlossen. Und auch der Dollar dürfte Zurückhaltung an den Tag legen. Er benötigt einen konsolidierenden Rücksetzer, um nicht an Überhitzung abzustürzen. Aktuell kostet die Tonne Gasöl 868,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 95,78 Dollar und in London zu 103,19 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7618 Euro . Damit kostet der Euro 1,3127 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise legen ein wenig zu. Dabei stecken sie in einem schwach steigenden Aufwärtstrend fest, wie dem 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist.

Der Binnenmarkt ist sehr belebt. Gute Auftragseingänge sorgen für längere Lieferzeiten als üblich. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren die Kunden mit ihrem Kaufverhalten, dass sie mit den Heizölpreisen trotz des jüngsten Anstiegs sehr zufrieden sind.

Eine kleine Mehrheit unserer Leser glaubt weiterhin an günstigere Preise. Wer auf Abgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen. Gegen den steigenden Dollar zu wetten, ist mutig bis übermütig. Zudem sollten die Kriege an verschiedenen ölrelevanten Orten der Welt trotz aller Beruhigungspillen, die hier verabreicht werden, nicht unterschätzt werden.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das deckt sich mit der Preiserwartung der Leser aber nicht mit dem Kaufverhalten der Kunden. Viele von ihnen beurteilen die Preise sinnvollerweise im politischen Kontext und im Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat. Das kann unsere Mathematik nicht bieten. Sie leitet Signale einzig aus der Preisbewegung der Vergangenheit ab.

Der Preistrend weist nur im kurzfristigen Bereich schwach aufwärts. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends noch intakt. Aus dem längerfristigen Trend wird allerdings deutlich, dass die Hoffnung auf günstigere Preise grenzwertig ist. Sie verliert ihr solides Fundament. Wie gesagt, darauf zu setzen, ist eine Risikowette. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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