Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise vom Schweizer Blitz getroffen

Internationaler Markt

Zum Jahresauftakt bewegten sich die Ölpreise bereits ordentlich abwärts. Gleichwohl war an den Börsen noch ein Hauch von Urlaubsstimmung zu spüren. Bei relativ geringen Handelsvolumina folgten die Preise brav dem Trend. Das ist seit dieser Woche anders. Nun wechseln Massen von Ölpapieren ihre Besitzer und Preise jagen im wilden Tanz auf und ab. Finanzjongleure suchen das Ende der Abwärtsbewegung. Keiner will zu spät auf den Gegenzug aufspringen. Der reale Markt gibt ihnen allerdings immer noch keinen rationalen Anlass, ihren Sehnsüchten zu folgen. Da ist mehr Öl im Angebot als gebraucht wird und das bei weiterhin wachsender Tendenz. Irgendwann im Jahresverlauf soll sich zumindest die Tendenz ändern. Das Überangebot könnte hingegen durchgängig erhalten bleiben. Nun gut, auch ein Überangebot hat einen Preis größer als Null. Insofern ist die Meinung einiger Finanzjongleure, diesen Preis nun erreicht zu haben, nicht vollkommen blöd. Es ist nur nicht die Mehrheitsmeinung, wie die Preisbewegung schlussendlich zeigt.

An den Ölbörsen ging es gestern wirklich wild zu. Im Vergleich zu dem, was an den Devisenbörsen lief, war es aber ein Kaffeekränzchen, womit nicht unterstellt werden soll, dass Kaffeekränzchen per se behäbig sind. Ausgerechnet die für ihre Beharrlichkeit bekannten Schweizer zündeten eine Bombe in den „Märkten“, indem sie das Vertrauen in den Euro demonstrativ aufgeben. Ihre Notenbank ist nicht mehr zum unbegrenzten Drucken von Franken bereit, mit dem sie eben diesen gleichermaßen schwächte wie die EZB den Euro. Genau das war nötig, um den Wechselkurs von 1:1,2 zu halten. Der von den europäischen Währungshütern betriebene Wertverfall des Euros brachte die Schweizer Notenbanker bei der Wahrung des Wechselkursverhältnisses bis heute in unkalkulierbare Kalamitäten. Nun, da die EZB eine weitere Stufe ihrer Politik zur Demolierung des Euros zünden will, wahrscheinlich in der kommenden Woche, sehen sich die Schweizer gezwungen, die Bombe platzen zu lassen. Das heißt im Klartext, die Bindung an den Euro ist aufgegeben. Mit einer solchen Bindung an eine Verfallswährung können und wollen sie nicht mehr leben. Die Maßnahme sorgte für heftige Schockwellen an den Börsen.

Die Aktion der Schweizer lässt ahnen, wohin sich der Euro bewegen wird. Mit Blick auf die Häme über den Rubelverfall ist es angebracht, auf die eigene Position im Glashaus und das Unterlassen von Steinwürfen hinzuweisen. Es ist zu befürchten, dass der rasante Verfall des Euros sogar noch beschleunigt wird. Das hat dann nicht mehr vernachlässigbare Auswirkungen auf die Heizölpreise hierzulande. Sie werden gegebenenfalls trotz sinkender Ölnotierungen nicht weiter fallen.

Heute Morgen ist man sich an den Börsen noch nicht einig, was von der Lage zu halten ist. Öl- und Dollarnotierungen dümpeln vor sich hin. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 469,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 46,50 Dollar und in London zu 48,38 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8594 Euro . Damit kostet der Euro 1,1636 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise legen erneut zu. Nun haben sie den oberen Rand ihres Abwärtstrends erreicht, wie der 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Bleibt abzuwarten, ob sich die Preise heute vom Trend nach oben absetzen werden. Dann wäre er nicht erledigt aber geschwächt. Wir würden einen neuen zeichnen.

Im Binnenmarkt ist das Kaufinteresse hoch. Der Handel ist hart gefordert. Er kommt mit der Lage dennoch recht gut zurecht. Ganz ohne längere Lieferzeiten geht es nun aber nicht. Das liegt auch daran, dass im Winter mehr Eilbestellungen auflaufen als üblich. Die haben notgedrungen Vorfahrt. Logistisch sind sie Taxi- statt Busfahrten. Das heißt, sie erlauben weniger Transportmenge.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht auf der höchsten Stufe. Mehr geht hier nicht. Um die Lage heute richtig darzustellen, müssten wir Balken hinzufügen.

Die Hoffnung auf günstigeres Heizöl schrumpft. Gestern zeigte die Lesereinschätzung viel mehr Optimismus. Im Laufe des Tages wurden viele Beobachter zu Kunden. Es gibt aber weiterhin eine große Zahl von Lesern, die auf tiefere Preise spekulieren. Ihnen wird nun mehr Mut abverlangt als in den letzten Tagen.

Das mathematische Tiefpreis-System gibt in allen deutschen Regionen Kaufsignale. Damit liegt eine Entscheidungshilfe vor. In der kalten Jahreszeit kommen Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit wunderbaren Preisen.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf noch mehr Abgang. Nach Lage der Dinge könnte das im weiteren Verlauf des Winters auch möglich sein. Es ist aber Respekt vor dem Wahnsinn der Börsen geboten. Der tiefe Fall der Ölpreise führt vermehrt zu starken Gegenreaktionen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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