Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise warten auf Anstoß

Internationaler Markt

In Fragen der Marktanteile ist Saudi Arabien unerbittlich. Sie werden nicht preisgegeben, koste es was es wolle oder besser ausgedrückt, falle der Preis wohin er wolle. Das machen die Ölleute des Landes Monat für Monat mit ihren Rabattaktionen deutlich. Die Präsidentin der OPEC, Diezani Alison-Madueke, ist darüber nicht amüsiert. Sie muss für ihre Mitglieder höhere Preise durchsetzen. Viele sind volkswirtschaftlich in eine prekäre Situation geraten. Gegen die arabischen Produzenten in ihren Reihen ist allerdings keine einheitliche Linie durchzusetzen. Diese könnte nur in einer Förderkürzung bestehen, bei der Saudi Arabien die Hauptlast übernehmen würde. Vergesst das, wenn nicht alle großen Produzenten der Welt mitspielen, lautet die saudische Haltung in der Sache.

Trotz der aussichtslosen Lage wird Frau Alison-Madueke nicht müde, an ihrer Mission zu arbeiten. Gestern rutschte ihr dabei gegenüber Journalisten das Wort Sondertreffen heraus. Da war er also wieder, der bullische Strohhalm, an den sich die Finanzszene klammern konnte. Kaum war das Wort gesprochen, schossen die Ölnotierungen in die Höhe. Handlung ohne Hirn, anders kann man das nicht nennen. Das bemerkte die Szene auch. Sie ließ die Ölpreise genauso schnell wieder fallen, wie sie gestiegen waren. Die Moral der Geschichte wird den Protagonisten der Preisgestaltung gar nicht gefallen. Sie gibt zu verstehen, dass die Werte gemessen an der realen Marktsituation ziemlich aufgeblasen sind.

Die einzig bullische Komponente ist derzeit in den USA zu finden, wo sehr tiefe Temperaturen und ein Raffineriearbeiterstreik zu vereinzelten Versorgungsengpässen führen. Sie halten die Heizölpreise hoch. Aber selbst diese Komponente hat eine bärsiche Kehrseite. Vor den Raffinerien türmt sich immer mehr Rohöl in den Tanklagern. Es macht die prinzipielle Überversorgung deutlich. Kälte und Streik werden mit Sicherheit früher vergehen als die Rohölschwemme.

Heute Morgen schwingen die Ölnotierungen an den Börsen in einer Weise, die Abgang erahnen lässt. Der Dollar wirkt dagegen so müde, dass er gar keine Vermutung nahe legt. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 573,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 48,90 Dollar und in London zu 58,48 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8826 Euro . Damit kostet der Euro 1,1330 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bewegen sich kaum. Ihre Linienführung in der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz wirkt so, als warteten sie auf ein veränderndes Ereignis. Das kann sie nach oben oder nach unten treiben. Im Augenblick geht von der Börse geringfügig mehr Abwärtsstimmung aus.

Im Binnenmarkt geht es ruhig zu. Gekauft und gehofft wird trotzdem. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen das entsprechend an. Das eine steht auf einem mittleren Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise. Neben den Spontankäufern sind also noch Beobachter im Markt, die bei tieferen Preisen zu kaufen gedenken.

Diese Beobachter werden sich eventuell vom mathematischen Tiefpreis-System bestätigt fühlen. Das gibt derzeit keine Kaufsignale. Diese werden definitiv wieder kommen. Ob der Preis dann wirklich tiefer liegt als heute, ist leider nicht gewiss.

Die Preistrends weisen nur noch in den längerfristigen Bereichen abwärts. Diese Konstellation legt eine Spekulation auf fallende Heizölpreise nicht unbedingt nahe, die noch bestehende Überversorgung des realen Markts hingegen schon. Die Heizölpreis-Entwicklung steckt in einer 50/50 Situation.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl für diesen Winter im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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