Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise werden zweifach getrieben

Internationaler Markt

Nachdem Irans Ayatollah, Ali Chamenei, bereits Zweifel über das Zustandekommen des Atom-Abkommens geäußert hatte, hat auch Irans Präsident, Hassan Ruhani, bekräftigt, dass die Forderung nach einem sofortigen Aussetzen aller Sanktionen gegen den Iran mit dem ersten Tag der Umsetzung eines Abkommens einhergehen müsse. Das ist die Hintergrundmusik, die dem technisch orientierten Ölhandel an den Börsen unterlegt ist. Im Vordergrund wird darüber diskutiert, ob der Rückgang der aktiven Bohranlagen in den USA bereits die bärische (preisdrückende) Grundstimmung kippen lässt. Das Erklärungsmuster sieht so wie folgt aus. Reduzieren die USA die Produktion, dann ist es bald mit der Überversorgung vorbei und deswegen steigen bereits heute die Preise. Tatsächlich wirkten sich Chart-Analysen und automatisierte, computergesteuerte Handelssysteme auf die Ölpreise am Freitag stärker aus und ließen sie steigen. In der Realität ist der Ölmarkt nach wie vor überversorgt und die größten Produzenten fördern so viel Öl wie schon lange nicht mehr. Dennoch weiß niemand, wie hoch der virtuelle, also der rein spekulative Anteil des Ölpreises ist. Deswegen schlagen die Notierungen derweil Purzelbäume, während die Lager zu bersten drohen.

Der Euro verlor gegenüber dem Dollar wieder an Boden. Die Geschichte hierzu ist einfacherer Art. Die Geldpolitik der USA steht kurz vor der Zinstrendwende und die Meldungen häufen sich, dass diese Wende immer wahrscheinlicher auch tatsächlich umgesetzt wird. Die EZB hält unterdessen an der lockeren Geldpolitik fest. Die in den letzten Jahren gewonnene Stärke wird so wieder verspielt. Die Exporteure in Deutschland freut es. Verbraucher, die auf Güter angewiesen sind, wie Öl, das in Dollar bezahlt wird, leiden darunter. Denn wird der Dollar teurer, wird unter anderem Heizöl teurer.

Heute Morgen bestätigen die Ölbörsen die Bewegungen vom Freitag. Sie zeigen einen kraftvollen Aufwärtsdrang. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 540,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 51,83 Dollar und in London zu 57,97 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9442 Euro . Damit kostet der Euro 1,0591 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise ziehen an. Sie können gar nicht anders, wenn sich Rohöl und Dollar verteuern. Der deutsche Handel spielt nur eine untergeordnete Rolle. Die Heizölpreise halten sich aber in der Heizölpreis-Tendenz innerhalb des 3-Monats-Trends seitwärts.

Die Binnennachfrage bewegt sich leicht oberhalb des Durchschnitts. Das Interesse bleibt aber begrenzt. Die Hoffnung auf günstigeres Heizöl besteht ebenfalls auf einem leicht erhöhten Niveau. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Der Wert von 75 Prozent, der die Hoffnung auf einen günstigeren Heizölkauf widerspiegelt, ist naturgemäß jenseits der 50-Prozent-Marke, da diejenigen, die noch nicht Heizöl geordert haben, es eben in der Erwartung eines günstigeren Moments nicht getan haben. Man darf sich von dem scheinbar hohen Wert nicht in die Irre führen lassen.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt keine Kaufsignale mehr an. Dieser Umstand unterstützt die Markthaltung der Beobachter. Die Signale werden definitiv wieder kommen. Es ist gut möglich, dass die Preise dann tatsächlich etwas tiefer liegen als heute.

Die Preistrends weisen nur in den längerfristigen Bereichen abwärts. Die Konstellation legt eine Spekulation auf fallende Ölpreise nicht unbedingt nahe, denn die Heizölpreise bewegen sich in diesen Abwärtstrends am oberen Rand. Es gibt zwei mögliche Interpretationen. Die eine lautet, sie brechen demnächst nach oben hin aus. Damit wäre der etwas langweilige Seitwärtstrend bestätigt. Die andere Interpretation lässt auf weiteres Abwärtspotenzial hoffen. Die Überversorgung des realen Markts weist darauf hin. Die Heizölpreis-Entwicklung befindet sich nach unserer Einschätzung in einer 50/50 Situation.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: HeikoHarlapp@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen