Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise werfen noch mehr Ballast ab

Internationaler Markt

Erst ging es dem Ölpreis schlecht. Nun erbricht er sich. Durch das Unwohlsein speckte er bereits sichtbar ab. Seit die Krämpfe Ende September einsetzten, verliert er zyklisch an Substanz. Mittlerweile wirkt er vollkommen kraft- und widerstandslos. Wohin gehst du Ölpreis?

Seine Krankheit hat zwei Ursachen, das gute Angebot und die als schlecht eingeordnete Konjunktur. So enttäuscht China immer wieder mit unerwartet schwachen Zahlen. Dabei wächst die Wirtschaft rasant. Hier ist wohl eher der Anspruch krank. Anders sieht es in Europa aus. Während auch für Deutschland Zweifel an den formulierten Ansprüchen berechtigt sind, ist der Zustand der südlichen Ökonomien objektiv besorgniserregend. Konjunkturell werden derzeit allenfalls die USA als Chance betrachtet. Und selbst das könnte geschönt sein. Das Wachstum wird wohl schwach bleiben. Für entwickelte Industrieländer ist das allemal plausibel, wenn man nicht in überkommenen Volkswirtschaftsmodellen denkt.

Angebotsseitig kommt eine Überraschung nach der nächsten an den Tag. Nachdem die USA mit immer neuen Ölproduktionsrekorden aufwarteten, kamen ähnliche Meldungen aus den kriegs- und krisengeschüttelten Ländern der OPEC. In die aktuelle Diskussion über den Umgang des Kartells mit der Situation platzt die nächste Rekordankündigung der USA für November herein. Die Schieferproduktion (Fracking) liefert mehr Öl als allgemein erwartet wurde. Und selbst bei den Kosten dieser Produktion könnte es Überraschungen geben. Die derzeit öffentlich gehandelten Zahlen sind möglicherweise zu hoch.

An eine baldige Genesung des Ölpreises ist allem Anschein nach nicht zu denken. Wenn es bei den zyklischen Krämpfen bleibt, dürfte heute allerdings wenig passieren, da gestern ein ordentlicher Schwall abgestoßen wurde. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 737,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 82,03 Dollar und in London zu 85,29 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7905 Euro . Damit kostet der Euro 1,2650 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise rauschen schon wieder abwärts. Heute Morgen durchschlagen sie sogar den steilen Abwärtstrend, wie die 3- und die 12-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigen.

Der Binnenmarkt ist belebt, aber keineswegs überfordert. Die Lieferzeiten sind weiterhin passabel. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht trotz oder wegen des steilen Preisabgangs nur auf einem mittleren Niveau.

Dafür ist die Einschätzung zur Preisentwicklung äußerst positiv. Die große Mehrheit unserer Leser erwartet noch tiefere Preise. Der stabile Trend animiert potenzielle Käufer abzuwarten. Sobald die Preisentwicklung dreht, dürfte sich eine Bestellwelle über den Handel ergießen.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt erneut ein Kaufsignal. Das deckt sich nicht mehr mit dem Kaufverhalten der Kunden. Es deckt sich aber mit der Preiseinschätzung unserer Leser. Wer auf noch tiefere Preise setzt, sollte das Geschehen eng verfolgen, um die nächste Gegenbewegung rechtzeitig aufzuspüren.

Die Preistrends weisen in allen relevanten Bereichen abwärts. Das ist natürlich eine Einladung, weiter auf noch attraktivere Preise zu spekulieren. Man sollte diese Spekulation aber nicht überziehen, sonst kann sie in einem persönlichen Misserfolg enden. Der Satz mutet in diesen Tagen, da die Preise einen echten Absturz zeigen, deplatziert an. Er muss aber gerade in so einem Moment unterstrichen werden.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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