Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise wieder im Abwärtstrend

Internationaler Markt

Der November nähert sich seinem letzten Drittel und damit einer entscheidungsträchtigen Zeit für den Ölmarkt. In die Periode fallen die Deadline für die Atomverhandlungen mit dem Iran und ein reguläres OPEC-Treffen, bei dem über Produktionskürzungen zur Stabilisierung der nachgebenden Ölpreise diskutiert wird. Die Spannung, die den Resultaten innewohnt, ist allerdings begrenzt. Man muss kein Hellseher sein, um zu erahnen, dass es keine Veränderung zum Status quo geben wird. Die Atomverhandlungen stecken in einer Sackgasse und das Gros der OPEC-Mitglieder kann sich keine Preisgabe von Marktanteilen durch eine freiwillige Produktionseinschränkung leisten. Die Konsequenz: Der Iran (auch ein OPEC-Mitglied) muss weiterhin mit beschränkter Leistung agieren, während der Rest der OPEC alles gibt. Das ist in Summe dennoch mehr, als die OPEC per Quote festgelegt hat. Selbst Ausfälle wie derzeit in Libyen (ebenfalls OPEC-Mitglied) nehmen dem Angebot nicht den Überfluss.

Über die Bedeutung dieses Überflusses und darüber, ob die Preisreaktion übertrieben sei, kann man trefflich diskutieren. Den Preisabgang allein mit dem als üppig deklarierten Angebot zu begründen, wäre aber ohnehin falsch. Nicht unerheblich für die Preisentwicklung ist die negative Stimmung zum globalen Wirtschafts- und Nachfragewachstum. Die bekommt fast täglich Nahrung aus irgendeinem Teil der Erde. Aktuell gibt Japan den Hiob. Das Land ist in eine Rezession gerutscht. Hinzuzufügen wäre, obwohl Regierung und Zentralbank eine Politik des exzessiven Geldschöpfens betreiben. Der muntere Ausbau der globalen Staatsverschuldungsführerschaft führt nicht zum gewünschten Resultat für die Wirtschaft. Ähnliches muss man für die Euro-Zone vermuten. Und Zweifel, dass die Geldpolitik à la longue bessere Ergebnisse für die USA bringt, sind allemal angebracht. Vor diesem Hintergrund ist Pessimismus in allen Köpfen, in denen die klassische Wirtschaftslehre innewohnt, gut aufgehoben. Wer sich weigert, Wirtschaft und Wohlstand neu zu denken, sieht keiner guten Zukunft entgegen. Die Ideenlosigkeit der alten Lehre kann bis zur billigenden Inkaufnahme von Kriegen gehen.

Bei den Ölnotierungen ist nach dem letzten Abschwung etwas Ruhe eingekehrt. Dafür gibt der Dollar wieder Gas. In allen Fällen sieht es nach einer Richtungssuche aus. Heute Morgen ist sie auch das Auftaktbild an den Börsen. Eine Tagestendenz ist daraus nicht abzuleiten. Lassen wir uns also überraschen. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 701,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 75,49 Dollar und in London zu 79,14 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8009 Euro . Damit kostet der Euro 1,2486 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise tummeln sich im Bundesdurchschnitt knapp über 70 Cent pro Liter für die Referenzmenge von 3.000 Liter. Das ist bemerkenswert und allemal eine Einladung zum Kauf. Wir mussten den kurzfristigen Trend wieder abwärts drehen, wie man der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz entnehmen kann. Ganz wohl fühlen wir uns damit nicht. Die Kombination aus internationaler Gasölnotierung und Dollarkurs, die der Heizölpreis nun mal ist, sehen wir in den kommenden Wochen eher seitwärts ziehen.

Der Binnenmarkt ist gut belebt. Der Handel zeigt dabei keine Überforderungstendenz. Alles läuft rund, sogar die Notbestellungen. Die kosten natürlich einen ordentlichen Aufschlag. Das ist nicht unanständig, denn zwischen Normal- und Notlieferung handelt es sich um einen Unterschied wie zwischen Bus- und Taxifahrt. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht weiterhin auf höchster Stufe.

Der Glaube an günstigeres Heizöl ist aktuell kaum zu bremsen. Spekulativ eingestellte Leser sehen die Preise purzeln und wollen mehr davon. Das bekommen sie in diesen Tagen deutlicher als wir es erwartet haben. Die Abkehr des Dollars vom strikten Aufwärtstrend hat einen gehörigen Anteil daran.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt mit Ausnahme des Westens der Republik noch keine Kaufsignale. Die sind aber in Kürze zu erwarten. Sie werden durch das Verhalten der Käufer vorweggenommen. In der kalten Jahreszeit kommen viele Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen nun auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit einem neuen Tiefpreis. Glückwunsch.

Die Preistrends weisen nun wieder in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf weiteren Abgang. Der sehen wir nicht so optimistisch entgegen, wie Trends und Lesermeinung das nahelegen. Da die Gefahr nennenswert steigender Preise allemal gering ist, stellt die anhaltende Tiefpreisspekulation aber kein großes Risiko dar. Insofern ist gegen den Versuch kaum etwas einzuwenden.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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