Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise zwischen Auf und Ab

Internationaler Markt

Vieles deutet darauf hin, dass die Ölproduktion in diesem Jahr nicht nachgeben wird. Die gegenteilige Erwartung war in den letzten Wochen der Ölpreistreiber schlechthin. Jede Meldung, die in das Schema „Verschlechterung der Versorgungslage“ passte, wurde bepreist. Zurückhaltend gerechnet lief so ein Preisanstieg von 20 Prozent auf. Es gibt viele Gründe, diesen Anstieg wieder abzubauen. Durch gute Argumente lassen sich Finanzjongleure derzeit aber nicht vom bullischen Kurs abbringen. Noch zeigt der Preistrend aufwärts. Der Rückgang der letzten Tage braucht Anschlusshandlungen, um als Trendbrecher zu fungieren.

Ein bemerkenswertes Argument gegen steigende Ölpreise ist die Haltung der US-Regierung. Sie will, anders als das angesichts der Bestrebungen in Richtung Eigenversorgung zu erwarten wäre, das Ölpreisniveau niedrig halten. Ihre Sorge gilt offensichtlich mehr der Konjunktur als der Profitabilität der Ölunternehmen. Man denkt in dieser Angelegenheit sogar schon über den Einsatz der strategischen Ölreserve zur Mitgestaltung der Ölpreise nach. Ohne ein Ende des Exportverbots für US-Rohöl wird einer solchen Maßnahme allerdings wenig Effekt zugetraut. Immerhin, das Ende des Exportverbots ist längst kein Tabuthema mehr. Es gibt bereits verschiedene Sondergenehmigungen.

Für Schwung an den Börsen haben derartige Überlegungen bisher nicht gesorgt. Dort gibt sich die Finanzszene abwartend. Es bleibt dabei, Abwärts hat die besseren Argumente aber Aufwärts liegt im Trend. Diese Einstellung schlägt bis in die Heizölpreise durch. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 598,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 59,31 Dollar und in London zu 65,44 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8960 Euro . Damit kostet der Euro 1,1161 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise konnten den Abgang der letzten Tage bisher nicht fortsetzen. Sie legten zum Wochenende eine Drehung hin, die schwierig interpretierbar ist. Das Bild dazu liefert die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz. Nun gut, es war nicht zu erwarten, dass sich Finanzjongleure kampflos dem Argument des realen Markts unterwerfen würden. Sie suchen weiterhin ihre Chance auf Gewinn aus steigenden Preisen. Das beste Argument dafür ist die pure Finanzmasse, mit der sie auftreten.

Der Binnenmarkt läuft ruhig. Bestellungen kleckern stetig herein. Dynamik kommt hingegen bei der Hoffnung auf günstigeres Heizöl auf. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf mittlerem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem satten Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt keine Kaufsignale mehr an. Dieser Umstand unterstützt die Markthaltung der Beobachter. Die Signale werden definitiv wieder kommen. Es ist gut möglich, dass die Preise dann tatsächlich tiefer liegen als heute.

Die Preistrends geben indifferente Zeichen ab. In den kurzfristigen Einstellungen weisen sie aufwärts. In den längerfristigen Ansichten zeigen sie Wimpel. Das sind Konstellationen, die auf eine bevorstehende Neuausrichtung der Ölpreise hindeuten. Danach kann es aufwärts oder abwärts gehen. Beides ist möglich. Wir sehen längerfristig wieder Preispotenzial nach unten.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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