Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Hektische Märkte

An den Ölbörsen tobte gestern ein Preisgewitter. Rohöl hatte eine Handelsspanne von rund 5%. Ursächlich für die wilden Bewegungen waren abermals die Streiks in Venezuela und die Kriegsbefindlichkeit von George Bush.

Es gab reichlich Platz für Spekulationen. In Venezuela beendeten Lotsen ihren Streik. Die Erwartung, dass das auch das Ende der landesweiten Unruhen bedeuten könnte, wurde allerdings nicht erfüllt. Die Märkte reagierten vorsorglich mit kräftigen Preisabschlägen. Nachdem Bush seine Kriegsrhetorik verschärft hatte, wurden die Rückschläge nicht nur wettgemacht, es wurde sogar ein kräftiger Kursgewinn draufgelegt. Eines muss man dem Präsidenten lassen. Er versteht es derzeit, jeden Ansatz von Preisrückgang ohne viel Zeitverlust zu bekämpfen. Ob der Krieg nun kommt oder nicht, für ihn und seine Leute ist das, was z.Z. läuft, ein rauschendes Geschäft.

Aus Kreisen der OPEC wurden gestern interessante Meinungen und Erkenntnisse beigesteuert. Der Generalsekretär sagte, dass die Organisation nun alles getan hat, was in ihrer Macht steht, die Preise von ihrem Höhenflug herunter zu holen. Für die OPEC sei das Preisband von 22-28$ nach wie vor der Zielkorridor, den es zu erreichen gilt. Das Ölangebot ist nach seiner Ansicht ausreichend. Man hat die fehlenden Mengen aus Venezuela weitgehend ersetzt. Wenn es dennoch zu Versorgungsproblemen kommen sollte, liegt das am Umstand, dass viele US-Raffinerien für die Qualität des Venezuela-Öls ausgelegt sind. Teilweise könnte daher Öl anderer Herkunft nicht verarbeitet werden.

Der ehemalige saudische Ölminister Yamani spekuliert, dass der Rohölpreis im Falle eines Krieges im Irak auf 80-100$ pro Barrel steigen könnte. Er begründet das mit der Möglichkeit, dass Saddam Hussein die Ölfelder seines Landes in Brand stecken würde. Die Zerstörung könnte so weit gehen, dass Vorkommen unerreichbar werden. Hussein ist z.Z. noch Herr über die zweitgrößten Ölreserven der Welt.

Erfreulicherweise bleibt der Gasölpreis heute Morgen von all dem eher unbeeindruckt. Mit 268,75$ liegt er innerhalb der gestrigen Handelsspanne, die allerdings recht breit war.

Unser Heizölpreis verhält sich ebenfalls ruhig im Vergleich zu den Turbulenzen der Weltmärkte. Die einfache Zusammenfassung lautet hier: Heizöl ist teuer. Es war vor einem Monat aber teurer. Und es wird in nächster Zeit vermutlich wieder teurer werden.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen