Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Herzlichen Glückwunsch

Wer auf fallende Ölpreise gesetzt hat, bekommt nun einen schönen Preis. Die erwartete Teuerung bleibt seit Wochen wegen schlechter Konjunkturdaten aus. Nun kommen die Preise auch noch durch eine überraschende Aktion der IEA (Internationale Energie Agentur) unter Abgabedruck. Die für Energiefragen der OECD zuständige Institution gab gestern einen Teil der strategischen Ölreserven frei, um, wie es heißt, den Markt von den Folgen ausbleibender Lieferungen aus Libyen, aus der Nordsee und aus Nigeria zu entlasten. Die Hälfte des Öleinschusses erfolgt in den USA. Dieser Umstand sorgt für allgemeine Verwirrung, denn dort sind die kommerziellen (nicht strategischen) Lager so gut gefüllt wie selten zuvor. Die OPEC, die den Markt für ausreichend versorgt hält, reagiert verstimmt und droht Lieferkürzungen für den Fall dramatisch sinkender Preise an. Der Sinn der Aktion ist in der Tat schwer zu begreifen, zumal die strategischen Reserven laut Statut nicht der Beeinflussung des Marktes, sondern dem Auffangen geopolitischer Notlagen dienen. Nach dem bärischen Reflex an den Börsen, der kurzfristig einen schönen Preisrückgang einbringt, droht der ohnehin verunsicherten Finanzszene eine Steigerung ihrer angekratzten Befindlichkeit mit uneinschätzbaren Folgen. Sie kann die Aktion beispielsweise als Beleg dafür verstehen, dass die Versorgung in Kürze dramatisch knapp werden könnte. Eine bullische Reaktion wäre nicht zu vermeiden. Eine andere Interpretation wäre die, dass US-Regierung und Notenbank am Ende ihrer Einflussmöglichkeit zur Stabilisierung der Wirtschaft angekommen sind und nun eine Art letztes Aufgebot in den Ring werfen, in der Hoffung über sinkende Ölpreise den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Das hätte allerdings einen fatalen Vertrauensverlust zur Folge und droht, die Lage eher zum Schlechten als zum Guten zu wenden. Wie man sie wendet und dreht, die Aktion ist rätselhaft. Bleibt momentan nur, den schönen Preis zu genießen.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Höhere Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte prognostiziert
Chinas Ölkonsum wächst rasant
Japan braucht mehr Öl zur Stromproduktion
OPEC erhöht die Förderquoten nicht
Unruhen in der arabischen Welt
US-Fahrsaison hat begonnen

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Freigabe von strategischen Ölreserven
Konjunktur läuft nicht wunschgemäß
Markt ausreichend mit Öl versorgt
Insgesamt hohe US-Bestände
Saudis wollen die Förderung erhöhen
Staatsschulden in den alten Industrienationen

Unsere Heizölpreise fallen schon wieder, wie schön. Gestern ging die Bewegung von den Ölbörsen aus. Der gegenläufige Dollar konnte sie nicht ausbremsen. Charttechnisch erhöht sich damit die Chance auf einen weiteren Abgang. Das Funktionieren der Charttechnik setzt allerdings eine Art regelkonforme Stimmungslage an den Börsen voraus. Die liegt nicht vor. Deshalb ist eine Vorhersage gemäß Charttechnik mit Vorsicht zu genießen. Gleichwohl, die Hoffnung auf tiefere Heizölpreise bekommt wieder Nahrung. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Das beginnt mit dem Vermessen desselben. Hierzu empfehlen wir unseren elektronischen Peilstab und www.esytrol.com.

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