Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Hoch oder runter

Am Freitag ging es mit den Preisen rauf und runter. Eine ausgefallene Raffinerie und große Erdgasvorräte werden als wesentliche Gründe genannt. Zum Wochenbeginn liegen einige Themen bereit, die für Unsicherheit an den Märkten sorgen können.

Die selbst gewählte Rolle der OPEC als ausgleichender Faktor zur Preisstabilisierung wird zunehmend unklar. Einerseits wird betont, dass der Korridor zwischen 22$ und 28$ unverrückbare Grundlage der Politik sei. Doch mit dem Näherrücken des Tages, an dem ein automatischer Eingriff stattzufinden hat, kommen aufweichende Stimmen. OPEC-Öl kostet 11 Tage in Folge mehr als 28$ pro Barrel. Nach dem 20igsten Tag erfolgt im ursprünglichen Plan des Kartells eine Erhöhung der Liefermengen um 0,5 Mio. Barrel pro Tag. Kuwaits Ölminister möchte für diese Maßnahme aber das Treffen am 4. Dezember abwarten. Trotz der anhaltenden Überschreitung der oberen Marke wird ab dem 1. November die im September beschlossene Kürzung aktiviert.

In Nigeria verdichten sich die Anzeichen für einen erneuten Streik. Die Unruhen auf Grund von Subventionskürzungen der Regierung auf Benzin finden kein Ende. Ölgesellschaften befürchten Auswirkungen von Streiks auf die Förderung.

Aus dem Irak wird ein Brand und die Schließung einer Pipeline zwischen Kirkuk und Bagdad gemeldet. Plünderer hätten versucht, Rohöl zu stehlen. Dabei kam es zu einer Explosion. Die Pipeline wird einige Wochen ausfallen. Der Ölexport des Landes liegt weiterhin bei 1,1 Mio. Barrel pro Tag. Das ist etwa die Hälfte der Menge, die vor dem US-Feldzug verkauft wurde.

Aus Russland wird die Verhaftung von Michail Chodorkovsky gemeldet. Der Mann ist der Chef der größten russischen und der fünftgrößten Ölgesellschaft weltweit. Ihm wird Betrug und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Insider befürchten, dass es sich um eine Attacke von Präsident Putin handelt, der verhindern will, dass sich Chodorkovsky als Gegenkandidat bei den nächsten Präsidentschaftswahlen aufstellen lässt. Die Maßnahme wird negative Konsequenzen für den Wirtschaftsstandort Russland haben. Der befand sich gerade in einem guten Lauf.

Beim Treffen des norwegische Ölministers, Steensnaes und seines mexikanischen Gegenübers, Calderon kam erwartungsgemäß heraus, dass sich beide Länder nicht von Ausstoßkürzungen der OPEC zu gleichen Taten bewegen lassen werden.

In den USA sinken die Erdgaspreise nach Meldungen über ein Rekordhoch bei den Vorräten. Das drückt auf die Ölpreise.

Insgesamt liegt eine ausgewogene Mischung aus preistreibenden und preisdrückenden Umständen vor. Selbst der Dollar findet derzeit keine klare Richtung. Das sind beste Vorraussetzungen für einen seitlichen Verlauf der Preisbewegung.

Der Gasölpreis hält sich heute Morgen an die Vorgabe. Mit 260$ pro Tonne zeigt er sich nahezu unbewegt zum Schlussstand vom Freitag.

Unsere Heizölpreise herharren bewegungslos auf der Stelle. Als Prognose lassen wir uns einem ?seitwärts mit geringen Ausschlägen? hinreißen. Die Preise befinden sich auf einem mittleren Niveau. Sie sind weder besonders attraktiv noch besondern abschreckend für einen Kauf.

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