Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Hoffnungsvoll

Ausgelöst durch den Tod der Hussein-Söhne wird die Ölwelt zu einer positiveren Sichtweise der Aufbaubemühungen im Irak bewegt. Dieser Umstand macht Druck auf die Preise. Der Aufwärtstrend ist in Frage gestellt.

Auf die Einstellung kommt es an, um zu erkennen, ob das Glas halb leer oder halb voll ist. Im Irak war es bis Dienstag halb leer. Nachdem die USA die Schlacht mit den zwei Schurken-Söhnen erfolgreich geschlagen haben, ist es halb voll. Der unerwartet schlechten Ölproduktion werden Fortschritte bescheinigt. Ursprünglich sollten 1,5 Mio. Barrel pro Tag fließen. Es wurden bisher lediglich 0,5 Mio. Barrel pro Tag für den Export zur Verfügung gestellt. Nun gibt es Hoffnung, dass daraus 0,65 oder sogar 1 Mio. Barrel pro Tag im August werden könnten.

Seit einer Woche sind die Pipelines sabotagefrei. Die Verkaufsorganisation SOMO hat erste Verträge über kontinuierliche Lieferungen mit einigen großen Ölgesellschaften unterzeichnet. Die zugesagten Mengen sind zwar noch gering, aber sie sind langfristig fixiert. Man glaubt also wieder an die eigene Produktionsfähigkeit. Die Besatzungsregierung wird möglicherweise eine Delegation zum OPEC-Meeting am 31. Juli schicken.

Eigentlich ist der Irak derzeit unbedeutend für den Ölmarkt. Man kommt ohne das Land klar. Aber wenn unerwartet positive Meldungen kommen, hat das Einfluss auf die Preise. Sie werden durch die alten Hoffnungen auf wiedereröffnete Ölströme gedrückt.

Die Realität tritt momentan in den Hintergrund. Sie ist unverändert schlecht. In den USA sind die Ölvorräte weiterhin unterdurchschnittlich tief. Die gestern veröffentlichten Daten weisen erneut einen Rückgang für die Rohöl- und Benzinvorräte aus. Heizöl konnte geringfügig zur Vorwoche zulegen. Die Zahlen wurden angesichts der positiven Stimmung im Ölmarkt ignoriert. Sie werden später verarbeitet.

Die Stimmung zur wirtschaftlichen Entwicklung scheint weniger gut zu sein. Ausdruck findet das in der Dollarentwicklung. Die hat zum Abwärtstrend zurückgefunden. Das entlastet auf alle Fälle die Ölpreise in Europa.

Heute Morgen zeigt sich der Gasölpreis recht unbewegt. 231$ pro Tonne betrugt er bereits gestern Abend kurz vor Handelsschluss.

Unsere Heizölpreise setzten ihren Rückgang gestern fort. Heute Morgen bewegen sie sich noch nicht. Es sieht so aus, als stünden sie weiter unter Druck. Da sich bald wieder die Erkenntnis durchsetzen wird, dass die Ölversorgung in den USA auf zu knappen Vorräten baut, raten wir Verbrauchern, die aktuelle Entwicklung für Käufe zu nutzen. Spekulativ eingestellte Menschen sollten versuchen, den richtigen Moment, der in den nächsten Tagen kommen wird, zu erwischen. Wer es ruhiger mag, sollte jetzt kaufen. Der Preis hat bereits um 4,5% nachgegeben und liegt nur gut 4% über dem letzten 12-Monats-Tief.

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