Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Hopp oder Topp

Die Preise stecken in einer veritablen Gegenreaktion zum Abwärtstrend. Ein starker Motor des Zwischenspiels war die Bekanntgabe des 700 Mrd. Dollar schweren Hilfspakets für „Not leidende“ US-Banken. Gestern kam die Ölpreisbewegung zum Stillstand. Nun stellt sich die Frage nach der weiteren Richtung. War es tatsächlich ein Zwischenspiel oder zeigte sich bereits wieder der langfristige Aufwärtstrend. Letzteres meinen viele Analysen zu erkennen. Wir können dieser Sichtweise nicht zustimmen. Es gibt keinen Plan, der die USA aus der Krise führt. Es gibt allenfalls ein Konzept. Und an dem scheiden sich die Geister. Die Klaköre sehen sich einer wachsenden Kritikerschar gegenüber. Ohne durchsetzbaren Plan findet die Finanzkrise kein schnelles Ende. Ohne schnelles Ende fehlt den Ölpreisen zumindest in diesem Jahr der Nachfragemotor für den langfristigen Aufwärtstrend. Aktuell halten wir eine weitere Abwärtswelle für mindestens so wahrscheinlich wie die langfristige Rückkehr zum Aufwärtstrend. Der Dollar annullierte gestern einen Teil seiner starken Verluste vom Vortag. Gleichwohl scheint die Währung in einen Abwärtstrend überzugehen. Das triebe die Spekulanten dann in der Tat zurück ins Öl. Aber gibt es die Spekulanten nach dem Zusammenbruch ihrer Festungen als organisierte Gruppe überhaupt noch? Hier wäre eine Geschichtsanleihe zum Stasi-Sturz interessant.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Schäden durch Ike werden Ölversorgung lange beeinflussen
Nigeria bekommt Lieferprobleme nicht in den Griff
OPEC kürzt Überproduktion
Kaukasuskonflikt
Produktionskosten steigen
IEA prognostiziert Versorgungsengpässe ab 2013

preisdrückende (bärische) Einflüsse: US-Finanzkrise
Sinkende US-Konjunktur
Sinkende OECD-Konjunktur
EIA, IEA und OPEC senken Nachfrageprognosen
Chinas Nachfrage wächst deutlich langsamer

Unsere Heizölpreise ziehen weiter an. Der Impuls hierfür kommt aus dem Binnenmarkt. Die miserable Information der öffentlichen Medien über die Ölpreise hat dem Handel gestern erneut eine Kaufwelle beschert. Über die kann sich beileibe kein Händler mehr freuen, denn er kann sie nicht angemessen bedienen. Und kaum etwas nervt einen ordentlichen Händler mehr, als schlechten Service bieten zu müssen. Besonders schwierig ist die Lage im Südwesten Deutschlands. Dort gibt es Händler, deren Auftragsbücher bis zum Jahresende prall gefüllt sind. Die aktuellen Heizölpreise sind Abwehrpreise. Sie sind fünf bis acht Prozent höher als rechnerisch möglich wäre. Wer nicht dringend Heizöl benötigt, sollte sich derzeit aus dem Markt fernhalten und lediglich die Preise beobachten. In diesem Zusammenhang weisen wir auf unseren Preisalarm als Hilfsmittel hin.

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