Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Hoppla, es ist ja Winter

Charttechnisch deutete sie sich an. Ein Schneesturm verhalf ihr zum Durchbruch. Die Aufwärtsbewegung der Ölpreise lebt. Gestern kletterten Heizöl und Rohöl um 4,5%.

Lange war es still um den Winter. Die Temperaturen ließen vergessen, dass wir am Beginn der kalten Jahreszeit stehen. Der Ölhandel orientierte sich an diversen anderen Impulsgebern, nicht aber am Wetter. Das jüngste Thema, das gerade aufgebaut wurde, ist eine mögliche Überversorgung mit Öl im zweiten Quartal des nächsten Jahres. Die Preisbewegung bereitete den Boden für einen Abwärtslauf. In den Charts war ein Wendepunkt zu erkennen.

Nun liegt er ungenutzt hinter uns. Mit dem Wetterwechsel in Europa und Japan und vor allen Dingen im Nordosten der USA tritt unerwartet das normale Argument der Jahreszeit zu Tage. Und das lautet ganz banal: Es ist kalt. Das treibt die Preise nach oben, weil mehr Öl gebraucht wird. Alle Jahre wieder kommt diese Überraschung.

Etwas Unterstützung liefern Zahlen über die aktuelle OPEC-Förderung. Die ist zwar nicht in dem Maß gesunken, wie es im September angekündigt wurde. Aber sie ist zurückgegangen. Statt 0,9 Mio. Barrel pro Tag fehlen nun 0,4 Mio. Barrel.

Zum Wetter passende Unterstützung brachte die Erkenntnis des US-Energieministeriums, dass die Erdgasvorräte rückläufig sind. Das ließ die Erdgaspreise steigen. Die Ölpreise folgen bereitwillig.

Die realen Voraussetzungen für Preissteigerungen sind alles andere als eindeutig. Sowohl der Erdgas- als auch der Heizölvorrat sind auf einem komfortablen Niveau. Solange nicht Kälte ohne Ende prognostiziert wird, gibt es keinen Grund, Sorge um die Versorgung zu haben, und die Preise so heftig wie gestern aufzutreiben. Die Wetterämter haben ihre Prognose, dass es relativ warm bleiben soll, inzwischen zwar revidiert. Von einer langen Kälteperiode ist jedoch nicht die Rede.

So gesehen wurde gestern die in letzter Zeit übliche Übertreibung einer Preisbewegung praktiziert. Wieder sollen die Fonds die Hauptakteure gewesen sein. Und sie werden bald wieder zum Sturm in die andere Richtung blasen.

Es gibt allerdings ein Argument für ein grundsätzlich höheres Preisniveau. Das ist der schwache Dollar. Solange er in den niederen Gefilden bleibt, wird die OPEC nicht locker lassen, die Preise hoch zu halten. Hoch sind sie aber nur in der Dollarnotierung. Hierzulande befinden sie sich auf einem normalen Niveau. Das ist durchaus ein Indikator für den effektiven Stand der Ölpreise.

Gasöl legte gestern kräftig zu. Heute Morgen ist verhaltenes Abwarten angesagt. Die Tonne kostet 267$.

Unsere Heizpreise folgten gestern etwas gebremst dem Weltmarkt. Sie legten um gut 2% zu. Die Dollarbewegung konnte den kräftigen Schub der Ölpreise nicht kompensieren. Wir rechnen damit, dass die Preise weiter steigen, ohne dabei das mittlere Niveau zu verlassen. Nötige Käufe wegen leerer Tanks sollten nicht über Gebühr ins Portmonee schlagen. Achtung: Unser Lieferzeiten können sich in Einzelfällen auf Grund der bevorstehenden Festtage und der damit verbundenen fehlenden Werktage deutlich verlängern.

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