Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Hurrikanangst hält Ölpreis hoch

Seit mehreren Handelstagen befinden sich die Preise in einem Abwärtstrend, der als solcher gar nicht spürbar ist. Die Rückgänge sind marginal. Heute Morgen steigen die Kurse sogar. Charttechnisch sieht es durchaus nach einem deutlicheren Abwärtseffekt aus. Die Börsenstimmung gibt den Lauf aber nicht frei. Mittlerweile ist die Sorge vor neuen Hurrikans zum dominierenden Thema herangewachsen. Für den Dollar gibt es neue Zinsphantasien. Die lösten eine Gegenreaktion zum Abwärtstrend aus. Auch hier ist der Effekt gering. Gestern verlor die Währung gegenüber dem Euro an Wert.

An den Märkten herrscht Unsicherheit. Wo bisher die Idee von andauernd steigenden Preisen galt, kehren Zweifel ein. Zweifel und Sorgen hegen auch die Produzentenländer. Es begann mit der Senkung des prognostizierten Nachfragewachstums in unterschiedlichen Studien. Diese wurde hauptsächlich für die westlichen Industrieländer ausgesprochen. Hier mache sich bereits ein negativer Effekt der hohen Energiepreise in der Konjunktur und damit im Verbrauch bemerkbar. In der letzten Zeit kamen Sorgen vor steigender Inflation hinzu, die eine weit stärkere negative Auswirkung auf die Wirtschaft hätte und die Nachfrage deutlicher belastete. Aus diesen Einflüssen speist sich die aktuelle Tendenz zu sinkenden Ölpreisen. Sie wird in den Produzentenländern mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Denn hier sucht man nach guten Gründen für die anstehenden hohen Investitionen in die Infrastruktur. Sollte die westliche Wirtschaft lahmen, bestünde die Gefahr von Fehlinvestitionen. Würden die Investitionen nicht getätigt, stiege die Gefahr für hohe Ölpreise und die Wirtschaft erlahmte aus diesem Grund. Mit Unsicherheit nehmen die Produzenten auch den Run auf alternative Energieträger auf. Er bedroht ihre Planung ebenfalls. Der immer wieder geäußerte Vorwurf, dass es keinen gemeinsam entwickelten Zukunftsplan von Verbrauchern und Lieferanten gibt, wird abermals erhoben.

In dieser Lage ist die OPEC in ihrer breiten Mehrheit bemüht, den Ölpreis auf dem aktuellen Niveau zu stabilisieren oder sogar einen moderaten Rückgang zuzulassen. Dazu will man die Förderquote trotz leichten Überangebots beibehalten. Eine Ausnahme bildet wie so oft Venezuela. Deren Vertreter wünschen eine Senkung der Förderquote.

Eine wachsende Verantwortung für den Ölpreis demonstrieren nach sehr fetten Jahren auch die unabhängigen Mineralölgesellschaften. Sie steigern ihre Investitionen erheblich. Die Spitze bildet Conoco-Phillips, hierzulande als Jet bekannt, mit einem Plus von 118 Prozent zum Vorjahr. Man ist offensichtlich von der Nachhaltigkeit des Nachfragewachstums überzeugt.

Überzeugt scheinen auch Banken und Investmentfonds zu sein. Diese als große Spekulanten bezeichnete Gruppe reduzierte in der letzten Woche zwar ihr Engagement in Ölpapieren. Es bleibt dennoch bemerkenswert hoch. Hoch bleibt auch der Überhang auf Kontrakte für steigende Kurse.

Die Gründe für hohe bzw. steigende Kurse werden langfristig trotz der aktuellen Zweifel in einer steigenden Nachfrage gesehen. Kurzfristig kommen sie aus der Sorge vor dem erneuten Wegbrechen von Infrastruktur in Folge von Hurrikanen. Die geopolitischen Störungen verlieren dagegen ihre Bedeutung für den Preis.

Fazit für die kurzfristige Entwicklung: Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung drückt den Preis. Produzenten sind z.Z. an keiner weiteren Preissteigerung interessiert. Sorge vor den nächsten Hurrikanen hält den Preis hoch.

Heute Morgen steigt der Gasölpreis deutlich an. Die Tonne kostet 615,50 $.

Unsere Heizölpreise sind im letzten Monat recht deutlich gefallen. Die Bewegung wurde in dieser positiven Ausprägung nicht erwartet. In den letzten Tagen ging es nur noch langsam abwärts. Mittlerweile hat sich ein eindeutig kaufenswertes Niveau etabliert. Die Preisentwicklung lässt sogar weiteren Rückgang erahnen. Die Gefahren aus der heraufziehenden Hurrikansaison in den USA können allerdings einen plötzlichen Umschwung bewirken.

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