Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


IEA sieht Rohölangebot skeptisch

Die Preise folgten in der letzten Woche dem Aufwärtstrend. Am Freitag war die Dynamik verbraucht. Gleichwohl gilt der Trend als intakt. Er wird von mehreren Impulsgebern befruchtet. Der Dollar schoss zum Wochenschluss gegen seinen Trend in die Höhe. Die Absage der EZB an eine Zinserhöhung im Mai und gute Arbeitsmarktdaten aus den USA führten zu groß angelegten Euroverkäufen im Devisenhandel. Viele Fachleute halten dennoch an der bärischen Grundeinstellung zum Dollar fest.

Die Grundeinstellung der großen Spekulanten ist eindeutig bullisch. Das wird aus den wöchentlich veröffentlichten Zahlen über ihre Engagements deutlich. Nachdem die Nettozahl der Kontrakte auf steigende Rohölpreise in der Vorwoche in den positiven Bereich überwechselte, stieg er nun sprunghaft weiter an. Damit wird deutlich, dass der Aufwärtstrend aktuell nicht nur aus dem oft zitierten Mangel an Raffineriekapazität gespeist wird. Die Rohölversorgung wird trotz US-Lagerbeständen auf Rekordniveau sorgenvoll gesehen.

Die Sorge wird von der IEA (Internationale Energie Agentur) geteilt. Am Wochenende äußerte sich ihr Chef, Claude Mandil, skeptisch über die Reservekapazität der OPEC. Sie reiche nicht aus, um die Nachfragesteigerung zu befriedigen. An den Börsen machen Gerüchte die Runde, nach denen die IEA die Lagerbestände anzapfen wolle, sobald der Rohölpreis über 70 Dollar pro Barrel steigt. Damit wird in kürze gerechnet. Eine solche Maßnahme würde angesichts der strukturell knappen Versorgungslage wahrscheinlich zu mehr Preisschaden als Nutzen führen.

Die Engagements der großen Spekulanten bei Heizöl werden ebenfalls bullischer. Der starke Abbau in den Lagern macht sich bemerkbar. Bei Benzin sind die bullischen Zahlen in der letzten Woche leicht zurückgegangen. Hier spiegelt die Verteilung der Kontrakte während der letzten Monate nicht die preistreibende Rolle wider, die Benzin z.Z. zugewiesen wird. Der Mangel an Ersatzprodukten für das mittlerweile in den USA verbotene MTBE als Antiklopfmittel wird neben den knappen und teilweise nicht funktionierenden US-Raffinerien als Hauptursache für die anziehenden Preise des Gesamtmarkts angesehen. Börsianer rechnen mit einer Versorgungslücke.

Zu latentem Auftrieb führt auch die Angst vor der nächsten Hurrikansaison. Die alten Schäden sind immer noch in komplett behoben. Die nächsten Hurrikane könnten das Problem mit den US-Versorgungsanlagen nicht nur wiederholen sondern verschärfen. Die Saison beginnt offiziell am 1. Juni.

Temporäre bullische Impulse kommen von den üblichen geopolitischen Krisenherden. Iran, Nigeria, Irak und Venezuela sind die wichtigsten Orte der Entstehung. George Bush könnte mal wieder zur wichtigsten Person avanzieren. Es gibt Berichte, wonach der Präsident mit einem atomaren Militärschlag gegen den Iran liebäugelt. Der Grad des Wahrheitsgehalts wäre ein Maß für das Aufstiegspotential der Preise aber auch für die politische Rechfertigung des iranischen Atomprogramms. Als kurzfristiger Impulsgeber ist bereits ein Gerücht ausreichend.

Mangel gibt es bei bärischen Impulsen. Der Markt bzw. die Nachrichtenlage sieht diesbezüglich außerordentlich dürftig aus. Es tut sich viel bei der Entwicklung alternativer Energien wie beispielsweise Kraft- und Brennstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen. Für konkrete Einflussnahme auf die Preisentwicklung ist es aber noch viel zu früh.

Heute Morgen zieht der Gasölpreis an. Die Tonne kostet 587 $.

Unsere Heizölpreise werden deutlich teurer. Ursächlich ist dieses Mal nicht der Ölmarkt sondern der Devisenmarkt. Der Dollar verzeichnete zwei Tage in Folge einen erheblichen Preisanstieg. Dieser Sachverhalt wird vermutlich von kurzer Dauer sein. Für weiteren Preisanstieg wird das Öl selbst sorgen. Verbraucher werden sich mit kleinen Preisvorteilen aus den Tagesschwankungen begnügen müssen. Im Trend fallende Preise sind sehr unwahrscheinlich.

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