Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


IEA-Bericht drückt die Heizölpreise

Es sind sich beinahe alle einig. Es gibt zurzeit zu viel Öl im Markt, wenn es das überhaupt geben kann. Die Internationale Energie Agentur (IEA) hat am vergangenen Freitag in ihrem Monatsbericht sogar die Befürchtung formuliert, dass die USA an die Grenzen ihrer Tank-Kapazitäten stoßen könnten. Auch die großen Spekulanten wie Goldman Sachs und Merrill Lynch kommen zu dem Ergebnis, die Überversorgung der USA könne auch in diesem Jahr zu günstigen Ölpreisen führen. Dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Die sogenannten Märkte werden vor allem in New York beeinflusst und dort könnte die Stimmung kaum eindeutiger ausfallen. Erst Ende des nächsten Quartals rechnen Analysten mit der nennenswerten Möglichkeit, dass die Ölpreise steigen könnten. Dies tritt natürlich nur ein, wenn sich die Umstände weiter entwickeln, wie sie es bisher getan haben. Allerdings mussten wir im letzten Jahr erhebliche Schwankungen durch militärische und politische Konflikte ertragen, wie z.B. den Ukraine-Konflikt. Diese Auswirkungen wurden derzeit nicht vorhergesehen. Aber selbst ein solcher Konflikt ändert nichts an dem Überangebot, das in den USA in diesen Tagen erstaunt zur Kenntnis genommen werden kann.

Hierzulande können sich die Verbraucher lediglich über den schwachen Euro beklagen. Nachdem er in der Vergangenheit häufiger wegen seiner Werthaltigkeit angefeindet wurde, trifft ihn nun die gegenteilige Kritik. Es wird schon von einer Parität zwischen Dollar und Euro gesprochen und einige Analysten sehen den Wert des Euros sogar unter den des Dollars fallen. Hier kommen zwei Effekte zusammen. Auf dieser Seite des Atlantiks hat die Notenbank mit ihrer Geldpolitik angefangen die eigene Währung zu entwerten. Dies ist auch an anderen Währungen abzulesen. Aber die amerikanische Notenbank hat genau diese Politik für den Dollar aufgegeben. Dies bedeutet, dass der Dollar zunehmend an Wert gewinnt. In den letzten Tagen war der Wertverlust so hoch, dass wir mittlerweile ein 12-Jahres-Tief erreicht haben. Eine Besserung ist noch nicht in Sicht.

Heute Morgen werden für Euro- und Ölnotierungen die Gegenrichtung angetreten. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 519,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 44,31 Dollar und in London zu 54,32 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9499 Euro . Damit kostet der Euro 1,0527 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise geben nach. Sie laufen in der Trenddarstellung in der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz aus dem Seitwärtstrend hinaus. Ob die Heizölpreise steigen oder fallen, hängt davon ab, ob der Wertverlust des Öls stärker ist, als der Wertverlust des Euros. Zur Erinnerung: Wir müssen Öl importieren und zahlen es in Dollar. Wenn der Dollar teurer wird, wird auch das Heizöl teurer. Wir halten es noch für zu früh, den erst kürzlich entstandenen Seitwärtstrend zu Gunsten eines neuen Abwärtstrends aufzugeben.

Die Heizölverbraucher in Deutschland greifen wieder etwas mehr zu. Natürlich ist der Ansturm nicht so groß, wie bei den Preisstürzen im letzten Jahr, dennoch gab der kleine Preisnachlass zum Wochenende Anlass zum Kauf. Die Hoffnungen auf tiefere Preise bleiben dennoch stark. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine spricht für einen guten Kaufpreis, das andere ist auf einem klaren Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise.

Die Beobachter werden sich eventuell vom mathematischen Tiefpreis-System bestätigt fühlen. Das zeigt derzeit keine Kaufsignale. Diese werden definitiv wieder kommen. Ob der Preis dann wirklich tiefer liegt als heute, ist leider nicht gewiss.

Die Preistrends weisen nur in den längerfristigen Bereichen abwärts. Die Konstellation legt eine Spekulation auf fallende Ölpreise nicht unbedingt nahe, die Überversorgung des realen Markts hingegen schon. Die Heizölpreis-Entwicklung steckt in einer 50/50 Situation fest.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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