Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Ideal wäre anders

Die Erwartungen an die Daten über die US-Vorräte wurden gestern nicht befriedigt. Der Markt reagierte etwas verstimmt mit einer Preiserhöhung. Der Dollar bewegte sich den zweiten Tag in Folge gegen seinen Abwärtslauf. Beide Trends werden durch die kurzfristige Bewegung nicht in Frage gestellt.

Auf die jüngsten US-Bestandsdaten wurden Vorschusslorbeeren verteilt. Der Preisabschlag vom Dienstag machte einen soliden Aufbau erforderlich. Der zeigt sich in den Zahlen nur andeutungsweise. Daher musste der Markt den Kursrückgang teilweise zurücknehmen.

Grund für die Verstimmung der Broker waren widersprüchliche Informationen von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) über die Heizölvorräte. Sie haben zu Winterbeginn besondere Bedeutung. Die Zahlen i.E.:

Rohöl: +0,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,6 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: +2,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,6 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Bestandsaufbau von 4,4 Mio. bzw. 2,0 Mio. Barrel. Die Raffinerieverfügbarkeit ist gut. Die Importe sowohl für Rohöl als auch für Heizöl zogen deutlich an.

Neben dem Widerspruch in den Zahlen beklagen die Broker auch die Höhe des Aufbaus beim Heizöl. Die Erwartungen waren etwas höher. Speziell dieser Teil der Bestandsdaten und das Wetter werden dem Markt weiterhin Bewegungsimpulse gegeben. Zwar sind die Preise derzeit über den Berg. Die Versorgungslage ist es aber noch nicht. Die Heizölvorräte stehen 10% tiefer als im Vorjahr, 18% tiefer als vor drei Jahren und gleich zu den Vorräten des Hochpreisjahres 2000. Damals kostete Heizöl auf internationalem Parkett weniger als heute. In Deutschland war es dagegen auf Grund einer vollkommen anderen Dollarparität deutlich teurer.

Neue Impulse könnte der Markt morgen durch die OPEC bekommen. Die Ölminister treffen sich in Kairo. Einige Staaten haben bereits angekündigt, über Lieferkürzungen sprechen zu wollen. Nach dem deutlichen Preisverfall der letzten Wochen macht sich Unruhe breit. Obwohl der offizielle Preiskorridor zwischen 22 und 28$ für das Fass liegt, wollen diese Länder den Preis über 32$ halten. Begründet wird das u.a. mit dem enormen Dollarrückgang. Der internationale Wert des Öls entspricht nicht seinem nominellen Preis. Aktuell kostet das OPEC-Barrel 34,21$.

Saudi Arabien unterstützt die Forderungen nach Lieferkürzungen nicht. Solange der Preis nicht in den offiziellen Zielkorridor zurückgekehrt ist, werden die Scheichs über Quote produzieren. Diese Haltung dürfte für Diskussionsstoff sorgen.

Dem Dollar traut man weitere Kursverluste zu. Die jüngste Erholung der Währung wird als wenig symptomatisch angesehen.

Heute Morgen wird der Preisanstieg durch den Gasölpreis bestätigt. Die Tonne kostet zur Stunde 376,50. Der Preis liegt am oberen Ende der gestrigen Handelsspanne.

Unsere Heizölpreise legten etwas zu. Sie folgen damit den internationalen Vorgaben für Öl und Dollar. Die Gefahr für deutlich höhere Preise sehen wir im Augenblick nicht. Der Abwärtstrend dürfte aber an Klarheit verlieren. Die Nachfrage ist in einigen Regionen sehr hoch. Mit verlängerten Lieferzeiten muss gerechnet werden. Trotz des deutlichen Preisverfalls der letzten Wochen stellen wir fest, dass viele Verbraucher noch tiefere Preise erwarten, und deshalb mit Bestellungen zurückhaltend sind. Sie laufen Gefahr, einer Überspekulation Tribut zahlen zu müssen. Die Lage am Ölmarkt ist noch nicht gefestigt. Der jüngste Preisverfall täuscht mehr Sicherheit vor als angebracht wäre.

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