Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Immer knapper

Das Irak-Thema gärt weiter vor sich hin und hält die Märkte unter Spannung. Die substanzvollen Meldungen der letzten 24 Stunden sind aber zahlengeprägt und drehen sich um die konkrete Versorgungslage. Die IEA und das API meldeten Daten.

Dem jüngsten Bericht der IEA (Internationale Energie Agentur) ist nicht viel Neues zu entnehmen. Die Agentur sieht für ihre Prognosen nur leichten Korrekturbedarf. Die Nachfrage für das abgelaufene dritte Quartal musste minimal um 0,1 Mio. Barrel pro Tag nach unten korrigiert werden. Für das laufende Quartal wird die Bedarfsschätzung um 0,2 Mio. Barrel angehoben. Und für das erste Quartal in 2003 wird keine Veränderung der letzten Prognose vorgenommen.

Die OPEC-Produktion schätzt die IEA mit einer Überschreitung der Quoten um 11,4% ein. Das ist deutlich weniger als Bloomberg in der letzten Woche angab. Dennoch passt es in den Trend einer kontinuierlichen Steigerung der Überschussmengen. Die Irakförderung wurde bei den Schätzungen nicht berücksichtigt. Der OPEC-Korbpreis liegt derzeit bei 23,71$ pro Tonne.

Soweit ist der Gehalt der Meldungen als neutral einzuschätzen. Die jüngsten Daten des API (American Petroleum Institut) zu den US-Lagerbeständen, die heute Nacht offengelegt wurden, sind dagegen Preistreiber.

Rohöl verliert danach 7,2 Mio. Barrel zur Vorwoche und steht nun bei ?8,6% gegenüber dem Vorjahr.

Heizöl und Diesel verlieren 1,2 Mio. Barrel zur Vorwoche und stehen bei ?5% im Vorjahresvergleich.

Benzin gewinnt 1,0 Mio. Barrel zur Vorwoche und steht damit bei ?5,1% zum Vorjahr.

Damit wird die Versorgungslage immer wackeliger. Aus unserer Sicht ist es erstaunlich, dass der Markt die Situation bisher nur ungenügend gewürdigt hat. In den letzten Wochen konzentrierten sich die Händler offensichtlich in erster Linie auf das Irakthema und den Abbau der Kriegsprämie. Unter technischen Aspekten befand sich die Preisbewegung zum Wochenende bereits an einem Punkt, der für eine Trendwende gut war. Bisher folgte daraus aber keine Konsequenz. Nun bekommt der Markt auch ein fundamentales Zeichen, dass ihn zu einer Aufwärtsbewegung treiben könnte.

Gasöl reagiert heute Morgen mit Preisanstieg. Die Tonne kostet aktuell 208,75$. Das liegt über der gestrigen Handelsspanne.

Unser Heizölpreis zieht leicht an. Wir wiederholen hier unsere Meinung, dass wir einen Wintereinkauf jetzt für sinnvoll halten. Selbstverständlich können wir nicht ausschließen, dass sich der Abwärtstrend nach dieser Störung fortsetzt. Es ist auch möglich, dass das DOE heute Nachmittag bereits entspannendere Daten liefert. Zur Stunde aber sprechen die Fakten für einen Preisanstieg in den kommenden Tagen.

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