Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Immer noch aufwärts

Am Freitag setzte sich der Preisanstieg, dem weiterhin eine starke fundamentale Begründung fehlt, fort. Durch die Selbstmordattentate von Riad bekommt er weiteren Nähboden.

Etwas zusammengesucht sieht die Liste von Gründen für die aufwärtsstrebende Preisentwicklung aus. Die OPEC sieht weltweit niedrige Bestände als einen Grund. In den USA sind die Vorräte indes größer als ein Jahr zuvor. Dabei ist der Bedarf nach Angaben des Energieministeriums um 0,24 Mio. Barrel pro Tag gestiegen sein, weil die Wirtschaft in Schwung kommt. Z.Z. ist die typische Winternachfrage noch nicht entbrannt, da das Wetter mit relativ hohen Temperaturen aufwartet.

Allem Anschein nach schafft die OPEC Quotendisziplin. Das könnte die Märkte schon eher beeindrucken. Im Oktober wurde nur unwesentlich mehr verkauft, als per Quote zugelassen war. Damit gilt es als wahrscheinlich, dass die am 1. November begonnene Kürzung um 0,9 Mio. Barrel pro Tag konsequent ausgeführt wird. Für eine weitere Lieferkürzung ab Dezember gibt es bis jetzt noch keine Anzeichen.

Der Unruheherd Irak und der jüngste Bombenterror in Riad lässt die Märkte nicht kalt. Die Sorge um die ganze Region schafft derzeit eindeutig bullische Impulse.

Für die Ölmärkte unbedeutend und für deutsche Verbraucher rätselhaft ist eine Meldung aus dem Irak. Der Ölminister des Landes verkündet, dass man die Lieferungen an Frankreich und Deutschland überdenken werde, weil diese Länder zu wenig Geld für den Aufbau des Iraks zur Verfügung stellen. Nun muss zwar jedem vernünftigen Menschen die Beruhigung des Iraks viel Geld wert sein. Aber die Ölgeschäfte als Druckmittel für diesen Zweck einzusetzen, zeugt von einer eher peinlichen Kenntnislosigkeit. Der Irak trägt zur Deckung des deutschen Ölbedarfs weit weniger als 1 o/oo bei.

Die Stimmung der spekulativen Anleger ist äußerst wankelmütig. In den letzten Wochen wechselte sie mehrfach zwischen bullisch und bärisch hin und her. Derzeit gibt es wieder einen bullischen Überhang.

Charttechnisch sieht es momentan nach einem Fortgang des Anstieg aus. Der Deckel nach oben sollte etwa bei einem weiteren Dollar erreicht sein.

Die US-Währung konterte den Ölpreisanstieg vom Freitag mit einer entgegengesetzten Bewegung. Das ist erstaunlich, denn die Wirtschaftdaten sind positiv ausgefallen. Eventuell macht sich etwas Skepsis zur Korrektheit der Zahlen breit.

Der Gasölpreis zeigt heute Morgen wenig Veränderung. Er hält sich seit Donnerstag in der Region um die 260$ auf. Aktuell kostet die Tonne 261,75$.

Unsere Heizölpreise zogen am Freitag erneut an. Heute Morgen geben sie marginal nach. Durch die Bewegung der letzten Tage haben sie sich an den oberen Rand eines mittleren Niveaus geschoben. Sie sind nicht besonders attraktiv für größere Einkäufe. Ausschließlich die Macht des Faktischen kann Verbraucher in diesen Tagen zum Kauf animieren. Wer einen fast leeren Tank hat, ist möglicherweise geneigt, auf bessere Preise in den nächsten Tagen zu hoffen. Wir sehen diese Hoffnung nicht als unbegründet an. Dennoch raten wir zur Vorsicht bei solcher Spekulation. Mit der Not eines leeren Tanks im Nacken kauft es sich schlecht ein. Unsere günstigen Preise verlangen ein Zeitpolster von zwei Wochen bis zur Lieferung.

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