Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Inflation preistreibender Argumente

Gestern stiegen die Preise erwartungsgemäß. Sie folgten damit dem Trend. Und der wird durch immer neue Argumente gefestigt. Inzwischen ist es nicht mehr allein die Charttechnik, die als Begründung für steigende Preise herhalten muss. Es gibt ein Bündel fundamentaler Umstände, die die argumentative Führungsrolle übernommen haben. Charttechnisch erwartet man sogar eher eine deutlichere Gegenbewegung als in der ersten Wochenhälfte.

Zu den bekannten Themen, OPEC-Kürzungen, Unruhen in Venezuela und Benzinproblem in den USA, gesellen sich jetzt Terrorängste, abgeschnittene Versorgungswege in Mittelamerika und ein durch die IEA attestierter Nachfrageschub im zweiten Quartal, für den hauptsächlich die boomende Wirtschaft Asiens verantwortlich ist.

An der Spitze der rasant wachsenden asiatischen Staaten steht China. Das Land hat z.Z. einen kaum zu stillenden Ölbedarf. China ist bereits jetzt der zweitgrößte Ölverbraucher der Welt. Über den jährlichen Verbrauchszuwachs gibt es nur wilde Spekulationen. Im letzten Jahr betrug er 10-20%. Die Ölimporte wuchsen um 31,2%. Die aktuellen Importzahlen sind gigantisch. Sie liegen über den Importmengen der USA. In den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres betrug die Steigerung 39,4% nach Angaben der chinesischen Zollbehörde. Im Februar lag sie sogar bei 60% verglichen mit dem Vorjahresmonat. Bis 2005 will China eine strategische Reserve von 100 Mio. Barrel anlegen.

Angesichts dieser Zahlen wundert es nicht, dass die Ölpreise trotz hoher Fördermengen steigen. Es gibt offensichtlich Käufer, die mit viel Geld und dem einzigen Willen Öl zu besorgen im Markt stehen. Trotz der großen Nachfrage kam es nicht zu Verknappungen. Die OPEC hält entgegen ihrer öffentlichen Äußerungen genug Öl vor. Dieser Umstand kann die Preisbildung aber kaum beeindrucken.

Auch die Tatsache, dass die IEA nicht nur von wachsendem Bedarf berichtet sondern auch stark wachsenden Angeboten, lässt die Preise derzeit nicht abkühlen. Es gibt einen Umstand, der auf eine Umkehr der Preisbewegung im Jahresverlauf hoffen lässt. Das prognostizierte Importwachstum Chinas im gesamten Jahr soll lediglich 5,5% betragen. Wenn diese Zahl nur annähernd stimmt, müsste ein Großteil der Importe bereits gelaufen sein. Dann sollte es bald zu einer Abkühlung der Nachfrage kommen.

Der Dollar zeigte sich gestern wieder verbraucherfreundlich. Seine Kursabschläge gehen nach Meinung von Experten auf das Konto der Terroranschläge in Madrid. Mit dem Kursminus kompensierte er einen Teil der Ölpreissteigerungen für Europäer.

Gasöl ist heute Morgen erheblich teurer als gestern. Die Tonne kostet zur Stunde 286,75$.

Unsere Heizölpreise steigen. Trotz einer deutlichen Verteuerung sehen wir sie auf einem für den Wochenverlauf erwartungsgemäßen Niveau. Es sind noch Kaufpreise allerdings ohne besondere Attraktivität. Vermutlich werden sie bald die Kaufzone verlassen. Vor einem Jahr waren 3000 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt 25% teurer als heute.

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