Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Informationsdesaster

Der Stand von Ölvorräten gilt als Indikator für die Versorgungslage. Die Veränderung von Ölvorräten dient Finanzjongleuren als Impulsgeber ihrer Handelsaktivitäten. Damit werden Preise gemacht. Die Informationen werden kurz und griffig in wenigen Zahlen übermittelt. Sie wirken dadurch faktisch und objektiv. Genau so wünscht man sich eine Lagebeschreibung des Ölmarkts. Aber faktisch und objektiv ist leider gar nichts in diesem Umfeld. Zahlen werden gebogen und erlogen. Das betrifft besonders Daten über die Ölreserven. Bei den Vorräten sieht es nicht besser aus. Ohne ein Gefühl für den Wahrheitsgehalt von Informationen entsteht überhaupt kein schlüssiges Bild des Markts. Und selbst das erfahrene Gefühl kann täuschen. Eine Vielzahl von Informationen ist kein Beleg für die Transparenz des Informationsobjekts. Der Ölmarkt ist, wie viele andere Rohstoffmärkte auch, intransparent. Er leidet an Über- und Fehlinformation. Die Preisbildung ist demzufolge keine effektive Abbildung der Marktlage. Sie ist mehr oder weniger stark manipuliert. Als Beleg für die unbefriedigende Situation seien Daten über OECD-Ölbestände genannt. Vor einer Woche gab die EIA (Statistikbüro des US-Energieministeriums) Bestände auf einem Jahresendhoch seit 1994 an. Marktteilnehmern wurde also eine üppige Bevorratungslage präsentiert. Gestern gab die IEA (Internationale Energieagentur) für die gleichen Bestände eine höhere Zahl als die EIA an und nannte sie dennoch unterdurchschnittlich in einer Fünfjahresbetrachtung. Marktteilnehmern wurde also eine eher knappe Bevorratungslage präsentiert. Wir sagen, es ist genug Öl da, damit Sie nicht frieren müssen und Autofahren können. Dieses Öl ist heute im Rückblick relativ teuer und im Ausblick eher preiswert. Sie sind gut beraten, Ihre Verbrauchsmengen zu drosseln.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Gute Konjunkturdaten weltweit
Chinas Ölverbrauch erreicht neues Hoch
Atomstreit mit dem Iran
Ausfälle nigerianischen Öls
Raffinerieprobleme in Europa
Globale Ölnachfrage wächst

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Irak will mehr Öl auf den Markt bringen
Ölembargo gegen den Iran verschoben
Schwere Schuldenkrise in den alten Industrienationen
Ratings wichtiger EU-Länder herabgestuft
Schwache Nachfrage der reifen Industrienationen

Unsere Heizölpreise sinken weiter. Gestern waren Öl- und Dollarnotierungen erneut auf der Seite der Verbraucher. Der glückliche Umstand mit Seltenheitswert hielt also an. Dass aus zwei freundlichen Tagen ein Trend wird, ist schwer vorstellbar. Mindestens einer der beiden Werte wird in Kürze die Richtung wechseln. Vergangenen Freitag haben wir ein maximales Abwärtspotenzial von sechs bis sieben Prozent angegeben. Die Hälfte ist nun erreicht. Jetzt wird die Luft dünner und die Anspannung eines spekulativ eingestellten Käufers größer. Ehe die Freiheit der Entscheidung zur Last wird, sollte die Kaufentscheidung fallen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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