Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Irak als Spiegel der Ölversorgung

Die Preise am Weltmarkt haben seit gut zwei Wochen einen äußerst stabilen Seitwärtstrend gefunden. Ausbruchsversuche in die eine oder andere Richtung wurden immer wieder vereitelt. Gestern fielen die Rohölkurse an das untere Ende des nur 1,5 Dollar breiten Handelsbandes.

In der Marktpsyche überwog die Idee von der Überproduktion der OPEC, die durch die in Kürze zufließenden Ölmengen aus dem Irak gestärkt wird. Das staatliche irakische Verkaufsbüro Somo ist wieder eingerichtet. Die früheren Spezialisten wurden engagiert, um die Organisation handlungsfähig zu machen. Ab dem 1 Juni sollte der Irak lieferfähig sein.

Doch gerade der Irak zeigt, wie zerrissen die Meinungen über den Stand der Dinge sind. Während die Bush-Regierung den Aufbaufortschritt in blumigen Worten beschreibt, muss sie sogar im eigenen Land mit großer Skepsis vieler Senatoren kämpfen. Sie werfen der Regierung vor, die Probleme des Wiederaufbaus vollkommen zu unterschätzen. Die USA werden nach Meinung dieser Skeptiker 5 oder 10 Jahre im Irak bleiben und viele Milliarden Dollar ausgeben, um nur annähernd ihre Ziele zu erreichen. Allein die Rekonstruktion der Ölinfrastruktur wird mindestens 5 Jahre dauern und 5 bis 40 Mrd. Dollar verschlingen. Ob das Geld durch die Ölproduktion jemals in voller Höhe zurückfließt, ist vollkommen ungewiss. Der Meldung, ab dem 1. Juni Öl für den Weltmarkt liefern zu können, kann man keinen Glauben schenken. So ist bereits zu hören, dass es noch 4 bis 6 Wochen dauern kann, bis es soweit ist.

Einen kurzfristigen Effekt könnte es allerdings doch bald geben. In der Türkei lagern noch 8 Mill. Barrel irakisches Rohöl. Somo wird versuchen, diese Mengen abzusetzen. Dadurch könnte in der Tat ein Moment der spürbaren Überversorgung entstehen. Der sollte irgendwann im Juni kommen. Mehr als ein Strohfeuer mit kurzem kräftigen Preisdruck dürfte davon aber nicht ausgehen.

Nachdem der Gasölpreis gestern bereits an Wert verlor, gibt er heute weiter nach. Die Tonne kostet zur Stunde 220$.

Unsere Heizölpreise bewegen sich wenig. Ausnahmsweise veränderte sich der Dollar gestern entgegen seiner üblichen Richtung. Er stieg. Dadurch wurde der Preisrückgang des Öls kompensiert. Der Markt lässt wieder einen Hoffungsschimmer aufkeimen, dass es in den nächsten Tagen zu neuen 12-Monats-Tiefs bei Heizöl kommen könnte. Große Sprünge erwarten wir allerdings nicht. Weiterhin gilt, dass der Heizölpreis absolut kaufenswert ist.

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