Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Irak in den Schlagzeilen

Die Siegerstimmung erfährt einen zweiten Aufguss. Die Meldung über den Tod der beiden Hussein-Söhne Udai und Kusai wurde fast so euphorisch aufgenommen wie die Eroberung Bagdads. Die Märkte jubelten für einen Moment der Idee von gut kontrollierbaren Ölfeldern im Irak mit reicher Ausbeute zu und ließen die Ölpreise fallen.

Für die Moral war das ein wichtiges Ereignis. Für den Aufbau des Iraks wird es kurzfristig wenig bringen.
Aber selbst kurzfristig muss vieles geschehen. Wenn nicht Wasser, Elektrizität und Öl schleunigst wieder fließen, steuert das Land auf eine schlimme Situation zu. Das berichten vom Pentagon eingesetzte Experten. Sie waren zwischen dem 27. Juni und 7. Juli im Irak und sprachen mit 250 Personen. Ihre simple aber dringende Schlussfolgerung aus den Beobachtungen ist die Forderung nach einem Crash-Programm zum Wiederaufbau.

Es wird erheblich mehr Geld benötigt als ursprünglich angenommen. Das Geld kann nicht aus den irakischen Ölverkäufen kommen, da nur unzureichende Mengen zur Verfügung stehen. Im Juni ist die Produktion gegenüber dem Mai sogar gesunken. Sie betrug 0,5 Mio. Barrel pro Tag. Die USA wollten in dem Monat 1,5 Mio. Barrel pro Tag fördern. Nach Meinung der Expertengruppe kann die Marke erst zum Jahresende erreicht werden. Die Vorkriegsmenge von 2,5 Mio. Barrel pro Tag wird erst am Ende des Jahres 2004 fließen. Das ist ein Desaster. Der Irak ist selbst in absehbarer Zeit nicht lebensfähig. Die Hilfe einer internationalen Koalition wird gebraucht.

Vor diesem Hintergrund lässt die OPEC wissen, dass sie nicht mehr plant, die Förderquoten anlässlich ihres Treffens am 31. Juli zu senken. Man wird vermutlich ohne Veränderung der aktuellen Quotierung auseinandergehen.

Der gestrige Handelstag war ein Freudentag für Verbraucher. Seit dem Irakkrieg wurden keine derartig starken Verluste mehr registriert. Charttechnisch ist der Aufwärtstrend des Öls damit deutlich angekratzt. Aber fundamental hat sich nichts geändert. Es besteht durchaus die Hoffnung, dass nun eine Abwärtsbewegung einsetzt. Die wird aber vermutlich nicht weit tragen, da die alten Probleme nach und nach wieder zu Tage treten werden.

Heute Morgen setzt der Gasölpreis noch ein wenig nach. Mit 231$ pro Tonne liegt er knapp unter dem gestrigen Schlusskurs und 3% unter dem Startwert.

Unsere Heizölpreise sinken. Verbraucher erhalten eine weitere Chance, sich günstig einzudecken. Wir erwarten allerdings nicht, dass die Preise noch einmal die Tiefststände der Monate Mai und Juni erreichen werden. Bereits heute droht mit der Veröffentlichung der US-Vorratszahlen eine Störung des Vergnügens. Wir empfehlen den Markt nun eng zu beobachten, um bei einem Richtungswechsel der Preise schnell zugreifen zu können und einen Jahresbedarf zu kaufen.

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