Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Iranwoche im Ölmarkt

Am Mittwoch wird erneut über das iranische Atomprogramm verhandelt. Die USA wollen ihnen und Israel genehme Ergebnisse sehen. Werden sie erzielt, sollten die Ölnotierungen weiter sinken. Die Marktlage ruft danach. Sie weist aufgrund des von einigen OPEC-Lieferanten präventiv erhöhten Angebots, der wachsenden Förderung in Nordamerika und der schwachen Nachfrage alter Industrienationen eine erhebliche Überversorgung auf. Diese würde bei einem Wegfall des ab Juli geplanten Ölboykotts gegen den Iran weiter steigen. Sollten die Verhandlungen nicht die erwarteten Resultate bringen, würde sich an der Überversorgung temporär nichts ändern. Der Abgang der Preise dürfte dennoch beendet sein, weil Marktteilnehmer in dem Fall auf eine mögliche militärische Auseinandersetzung spekulieren werden. Und die würde teuer wie alle militärischen Abenteuer. Mehr Erfolg als die Misserfolge der letzten Jahrzehnte verspräche sie auch nicht. Barack Obama bastelt ebenfalls an einem Präventionsprogramm gegen steigende Ölpreise. Es ist kein Antikriegsprogramm, sondern eine Angebotstaktik unter Verwendung der strategischen OECD-Ölreserven. Derartiges Fluten des Markts widerspricht den Vertragsgrundlagen zur Sicherung der Ölversorgung so wie das Fluten des Geldmarkts durch die EZB den EU-Vertragsgrundlagen widerspricht. Vertragsbrüche und unweitsichtiges Handeln sind das Markenzeichen zeitgemäßer Politik. Den „Märkten“ bietet derartiges Handeln attraktive Spekulationsstrategien. Sie werden sie zum Schaden größter Teile der Bevölkerungen nutzen.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Irans Ölangebot auf 20-Jahres-Tief
Ausfälle von Lieferungen aus Nordsee, Südsudan, Jemen, Iran
Knappe Reservekapazitäten der Förderländer
Asiatische Ölnachfrage wächst
Ölembargo gegen den Iran ab Juli

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: USA öffnen Süd-Pipeline zum Abbau überschüssigen Rohöls im Zentrallager
Unbefriedigende Konjunkturdaten vieler Industrieländer
OPEC pumpt sehr viel Öl in den Markt
OPEC will Reservekapazitäten steigern
Hohe Ölbestände weltweit
Schuldenkrise in den alten Industrieländern

Unsere Heizölpreise setzen ihren kurzfristigen Abwärtstrend fort. Zum Wochenende geschah das unter Führung aller wichtigen Einflüsse, Ölnotierungen und Dollarkurs. Wohin die Preisreise in dieser Woche führen wird, ist nicht absehbar, weil die Politik die dominante Rolle spielt. Sie ist der größte Unsicherheitsfaktor der Preisbildung. Verbraucher sollten die Hand am Bestellknopf halten, um unangenehmen Entwicklungen durch eine schnelle Bestellung entgegentreten zu können. Wer gute Nerven hat, spekuliert auf friedvolle politische Resultate. Die würden wahrscheinlich einen ordentlichen Preisnachlass einbringen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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