Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Just in time

Die neusten Zahlen über die US-Vorräte verblüffen abermals mit fallenden Rohöl- und steigenden Heizölbeständen. Der Markt quittiert es mit einer Divergenz in Rohöl- und Heizölnotierungen. Rohöl konnte kleine Kursgewinne verbuchen, während Heizöl kräftig an Wert verlor.

Seit Wochen versetzen die Meldungen von API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) über die Vorratslage der USA die Broker ins Staunen. In schöner Regelmäßigkeit wird von fallenden Rohöl- und steigenden Heizölbeständen berichtet. Spätestens seit der letzten Woche dürfte keine regelmäßige Produktion mehr möglich sein, weil die Rohölvorräte zu gering sind. Die Realität sieht aber anders aus. Die Heizölproduktion, wie auch die Benzinproduktion, läuft gut und die Rohölbestände sinken noch weiter.

Die jüngsten Zahlen über die US-Vorräte lesen sich wie folgt: Der Rohölbestand verändert sich zur Vorwoche um +0,3 (API) bzw. ?5,0 (DOE) Mio. Barrel. Heizöl und Diesel steigen um 2,1 bzw. 2,8 Mio. Barrel. Benzin steigt um 1,4 bzw. 2,1 Mio. Barrel. Insgesamt verändern sich die Bestände um +3,8 bzw. ?0,1 Mio. Barrel. Die Rohölimporte sinken gegenüber der Vorwoche, stehen aber höher als ein Jahr zuvor. Für Heizöl ist die Situation umgekehrt.

Die Rohölvorräte stehen auf einem 29-Jahres-Tief. Das schafft ohne Zweifel Preisauftrieb. Gleichzeit nähern sich die Heizölvorräte einem 3-Jahres-Hoch. Als sie das letzte Mal auf der aktuellen Höhe waren, kostete Heizöl bzw. Gasöl in Rotterdam 165 $ pro Tonne. Das entsprach damals 185 EUR pro Tonne. Heute liegt der Preis bei 275 $ bzw. 217 EUR. Der Preis müsste also sinken. Im Spannungsfeld dieser Widersprüche werden die Preise in nächste Zeit gebildet.

Die Temperaturen im Nordosten der USA sind momentan knackig. In Bosten sollen sie morgen ?20 Grad Celsius erreichen. Danach werden sie aber als steigend vorhergesagt. Der Heizölkonsum wird also nicht besonders angeregt.

Die Preischarts zeigen zwar äußerst stabile Aufwärtstrends. Potential für Gegenbewegungen gibt es auf den aktuellen Höhen aber allemal. Heizöl ist dabei, dieses Potential zu aktivieren.

Das Zünglein an der Waage wird die OPEC sein. Wie sie ihre zukünftige Förderpolitik gestalten wird, ist noch offen. Bisher kommen keine Signale über eine Erhöhung der Förderung.

Heute Morgen ist der durch die Heizölvorratszahlen ausgelöste Preisrückgang beim Gasöl gestoppt. Die Tonne kostet zur Stunde 278$.

Unsere Heizölpreise steigen leicht. Die geringe Bewegung ist nicht auf die Ölpreisveränderung am Weltmarkt sondern auf die Erholung des Dollarkurses zurückzuführen. Vom Weltmarkt erwarten wir zunächst noch Preisdruck. Dem könnte einige Tage ein stärkerer Dollar entgegenstehen, so dass in Summe alles beim Alten bliebe. Heizöl wird um das aktuelle Niveau schwingen. Und das ist für dringende Winterkäufe erträglich.

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