Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Kürzung mit Verzögerung

Erwartungsgemäß stiegen die Ölnotierungen gestern. Sie reagierten damit auf die bullischen Töne, die die OPEC aussendete. Eine Gegenreaktion auf die starken Preisrückgänge insbesondere bei Heizöl und Gasöl war fällig. Die OPEC-Entscheidung einer Förderkürzung ist als Auslöser nicht aber als Basis für steigende Preise anzusehen.

Eine Überraschung war es schon, was aus dem Kreise der Ölminister drang. Allgemein ging man davon aus, dass die Quoten nicht verändert werden, sondern dass lediglich auf Einhaltung der bestehenden Quoten gedrängt wird. Das hieße immerhin eine reale Reduktion der Ölströme um 1,5 bis 1,8 Mio. Barrel pro Tag. Doch die Tagenden gingen weiter. Auf Bitten Saudi Arabiens wurde eine Quotensenkung von 1 Mio. Barrel pro Tag ab dem 1. April beschlossen. Die OPEC behält sich vor, diese Entscheidung auf einem weiteren Meeting Ende März gegebenenfalls zu korrigieren, nach oben wie nach unten.

Auch wenn die US-Tanklager es noch nicht zeigen, das Angebot übersteigt derzeit die Nachfrage. Es gibt sehr viel Öl im Markt. D.h., die Förderbereitschaft ist hoch. Ob sich die beschlossene Reduktion von insgesamt 2,5 Mio. Barrel durchsetzen lässt, wird von einigen Analysten bereits angezweifelt. Möglicherweise wird die Drosselung zu langsam vonstatten gehen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Und der heißt Preisstabilität.

Im Verlauf der letzten 30 Tage ist der Preis für OPEC-Öl von 31$ auf annähernd 28$ gefallen. Er hat damit fast den Zielkorridor von 22$-28$ erreicht. Fundamental herrscht nun ein labiles Patt der Argumente. Der Preisverfall sollte auslaufen und in eine Seitwärtsbewegung übergehen.

Die OPEC-Entscheidung könnte allerdings auch zu einer bärischen Interpretation führen. Es mehren sich die Zeichen, dass der Angebotsüberhang in der Tat hoch ist. Die OPEC selbst weist immer wieder darauf hin. Da die Kartellmitglieder mit Blick auf die eigenen Kassen erfahrungsgemäß träge beim Drosseln der Ölhähne sind, werden die Märkte noch einige Zeit sehr viel Öl bekommen. Das wird unweigerlich Druck auf die Preise ausüben.

Diese Sicht der Dinge passt in das Bild, das die Preischarts zeichnen. Dort sind nämlich Trendkanäle zu erkennen, die deutlich abwärts weisen. Beim Heizöl sind sie steil ausgebildet, beim Rohöl eher flach.

Den Wermutstropfen für die Spekulation auf die Preisentwicklung liefern die Fonds. Sie sind weiter bullisch. Und da man davon ausgehen kann, dass dort Menschen sitzen, die die Märkte genau studiert haben, ist zu befürchten, dass ihre Einstellung mittel- und langfristig richtige ist.

Der Dollar pendelt weiter auf niedrigem Niveau. Seine Kursänderung bleibt ohne nennenswerten Einfluss auf unsere Ölpreise.

Gasöl hat sich verteuert. Der Preis liegt wieder deutlich über 250$. Die Tonne kostet derzeit 256,25$.

Unsere Heizölpreise steigen wieder einmal. Seit dem 21. Januar hatten sie einen herrlichen Lauf abwärts. Sie haben dabei die alten 12-Monats-Tiefs erreicht oder sogar unterschritten. Die nun begonnene Verteuerung war fällig. Nach unserer Ansicht gibt es Anlass zur Hoffnung, dass sich eine weitere Abwärtswelle entwickeln wird. Aber Vorsicht, das ist Spekulation. Wer einen guten Preis sichern will, sollte die Stunde nutzen.

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