Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Kapriolen im Öllager

Die Angst der Finanzszene vor dem Ende der lockeren Geldpolitik hält sich in Grenzen. Am Freitag sollten die Spielerseelen durch freundliche Konjunkturzahlen beruhigt worden sein. So steht es in den Zeitungen. Schwerer dürfte das Vertrauen auf den guten Draht in die Machtzentralen wiegen. Die Finanzlobby stellt die einflussreichste Washingtoner Armee zur Manipulation der Politik. Darauf kann die Szene bauen. Die Politik wird sie stützen, solange das Volk das billigt. Derzeit können heilsame Kurseinbrüche an den Börsen nur durch Selbstzweifel der Finanzindustrie am Fortbestand des von ihnen gestalteten Geldsystems hervorgerufen werden. Das normale Auf und Ab der Kursbewegungen findet selbstverständlich weiterhin statt. Das kann aufgrund der physischen Lage am Ölmarkt für Verbraucher in naher Zukunft relativ freundlich aussehen.

Durch die Festtage zum Jahresende kamen die Meldungen über die US-Ölbestände aus dem Takt. Die üblicherweise mittwochs präsentierten Daten wurden am letzten Freitag geliefert. Ungewöhnlich ist nicht nur die Taktung. Ungewöhnlich ist auch der Gehalt der Meldungen. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden berichtenden Institutionen, gaben gewaltige Abbauten beim Rohöl und kräftige Aufbauten bei den Produkten zu Protokoll. Die wöchentlichen Veränderungen lauten wie folgt:

Rohöl: -11,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -12,0 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +4,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +6,7 Mio. Barrel (API)
Benzin: +2,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 3,9 (DOE) bzw. 2,0 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt 90 Prozent. Sie dürfte etwas höher sein, um das Problem der schwachen Heizölbevorratung endgültig zu überwinden. Dieses könnte Bullen derzeit noch Grund zum Zocken bieten, wie dieser Chart zeigt. Darin ist zu erkennen, dass die Heizölvorräte vor einem Jahr 19 Prozent höher waren. Gegen eine bullische Attacke spricht der starke Aufbau in den letzten Wochen, der dem milden Winter und dem Bemühen der Bürger um Verbrauchssenkung zu verdanken ist.

Der gewaltige Abbau der Rohölvorräte ist ein temporäres Problem, das ausschließlich auf der Angebotsseite zu verorten ist. Um die zum Jahreswechsel fixierten Steuerbelastungen zu minimieren, wurden die Ölzuflüsse kurzzeitig reduziert. Dadurch sank das steuerwirksame Umlaufvermögen zum Stichtag. Ein Problem auf der Angebotsseite liegt nicht vor. Deshalb kann man davon ausgehen, dass der Abbau in den nächsten Wochen annulliert wird.

An den Börsen blieben die Bestandsdaten weitgehend einflusslos. Die Notierungen halten seitwärts, wobei in den Rohölcharts seit Mitte Dezember eine leichte Aufwärtstendenz zu beobachten ist. Einen Trend wollen wir darin noch nicht erkennen. Heute Morgen zeigen die Kurse wenig Leben. Die Tonne Gasöl kostet 931,25 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 92,91 Dollar und in London zu 111,24 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 76,62 Eurocent.

Unsere Heizölpreise geben ein wenig nach. Gasöl- und Dollarnotierungen machen das möglich. Der warme Winter in den USA begünstigt die vorteilhafte Preisentwicklung beim Vorprodukt für Heizöl. Das sollte gemäß Wetterprognose so bleiben. Das für die Heizölpreise einflussreiche Wechselkursverhältnis zwischen Dollar und Euro zeigt zwar nennenswerte Ausschläge. Tendenziell sollte es aber seitwärts laufen, weil es von ähnlichen Irren und Wirren der Politik beiderseits des Atlantiks bestimmt wird. Dessen ungeachtet halte ich die Möglichkeit zu erneut sinkenden Preisen in den kommenden Wochen für gegeben, weil der physische Ölmarkt ausgezeichnet versorgt ist. Diese Aussage soll wegen ihres spekulativen Charakters keine Handelsstrategie bestimmen. Sie soll hingegen die Bereitschaft zum Nachkaufen in einem günstigen Moment wecken. In anderen Worten, warten Sie nicht auf günstigere Preise, sondern nutzen Sie diese, wenn sie da sind. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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