Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Kartell bleibt cool

Die Rohölpreise sind deutlich unter die Zielmarke der OPEC von 100 Dollar gefallen. Der OPEC-Korb kostet 90 Dollar pro Barrel. Die Kartell-Staaten reagieren bisher erstaunlich gelassen auf die Erosion ihrer Haupteinnahmequelle. Sie gehen davon aus, dass sich die Sache in der zweiten Jahreshälfte zu ihren Gunsten richten wird, weil die Nachfrage dann wieder anzieht. Das ist zumindest der Plan. Wenn der zu scheitern droht, weil die Konjunktur gegebenenfalls nicht mitspielt, wird es ungemütlich für die vom Öl abhängigen Volkswirtschaften. Gemeint sind die Lieferstaaten. Ihr Einkommen basiert zu 70 bis 90 Prozent auf Öl. Die Verbraucherstaaten hängen nur zu einem Drittel an der Ölnadel. Es könnte zu einem Hauen und Stechen der Anbieter kommen, bei dem die Mengen wider die Vernunft zunächst nicht reduziert werden. Die Folge wäre ein noch tieferer Fall der Rohölpreise. Für das Protokoll, sie verloren seit März gut ein Viertel ihres Wertes. Gasöl, das Vorprodukt für Heizöl, gab um zwanzig Prozent nach. Der Dollar legte um fünf Prozent zu. Der Markt steht weiterhin unter dem Einfluss des Ölüberangebots, der Konjunktursorgen und des Schuldendebakels. Der befürchtete Preisauftrieb nach dem Scheitern der Atomverhandlungen mit dem Iran und die Rückkehr der Kriegsrhetorik blieben bisher aus. Konklusion am Montagmorgen: Der Abwärtstrend der Ölpreise ist intakt. Technisch ist eine kleine Gegenbewegung fällig.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Produktionsabschaltungen im Golf von Mexiko wegen Tropensturm
Knappe Reservekapazitäten der Förderländer
China importiert so viel Öl wie nie zuvor
Irans Öllieferungen werden boykotiert

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US-Verbrauch auf 15-Jahres-Tief
US-Produktion auf 14-Jahres-Hoch
US-Rohölvorräte auf 22-Jahres-Hoch
Hohe Ölbestände weltweit
China importiert Öl aus dem Iran
Schuldenkrise in den alten Industrieländern

Unsere Heizölpreise setzen ihren Abwärtstrend fort. Am Freitag fielen sie auf ein Zehn-Monats-Tief. Seit März gaben sie gut 12 Prozent nach. Wer nun anmerkt, dass der Preisnachlass nicht mit dem übereinstimmt, was der Weltmarkt möglich macht, liegt richtig. Das rechnerische Potenzial beträgt 13,5 Prozent. Es ergibt sich aus dem Rückgang der Gasölnotierungen, dem Dollaranstieg und dem Fixum aus Steuern und Abgaben von rund 8 Cent pro Liter. Die Differenz von 1,5 Prozent ist der durchschnittliche Marktaufschlag, den Mineralölindustrie und Handel derzeit aufgrund der hohen Nachfrage einfahren. Er ist im Süden höher und im Norden so gut wie nicht vorhanden. Dieser Umstand spiegelt die Geschäftslage in der Republik wider. Die Aussichten für weiter nachgebende Heizölpreise sind gut. Gleiches gilt für die aktuellen Preise. Wer das spekulative Risiko mag, sollte auf den intakten Abwärtstrend setzen und erst in einigen Wochen kaufen. Wem das zu gefährlich ist oder wer Spekulation grundsätzlich ablehnt, findet derzeit akzeptable Preise für den Sofortkauf. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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