Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Kaufgelegenheit

Widersprüchliche Daten über die Lage der US-Ölvorräte und die Wiederinbetriebnahme der wichtigsten Rohölpipeline im Irak verursachen einen Ausverkauf von Ölkontrakten. Rohöl gab gestern über einen Dollar nach.

Zwei Institutionen, zwei Meinungen. Unterschiedlicher konnte die Veröffentlichung der Daten über die Ölbestände kaum ausfallen. Während das API (American Petroleum Institute) eine Gesamtzunahme von 2,2 Mio. Barrel verkündet, meldet das DOE (Department of Energy) eine Reduktion über alle Produkte von 2,7 Mio. Barrel gegenüber der Vorwoche. Damit wird jedem Broker das geliefert, was seiner momentanen Stimmung am besten passt. Nur Klarheit über die reale Lage der Ölversorgung gibt es nicht.

Einig sind sich die beiden Berichterstatter über eine geringfügige Zunahme der Heizöl- und Dieselvorräte in Höhe von 0,8 Mio. Barrel. Der Rest wird vollkommen unterschiedlich beurteilt. Einem fulminanten Aufbau der Rohölvorräte steht die Aussage über keine Veränderung beim Rohöl gegenüber. Ein im Rahmen der Erwartungen liegender Abbau der Benzinvorräte wird mit einem dramatischen Verlust, der alle Erwartungen sprengt, gekontert.

Zu den unbrauchbaren Berichten über die US-Vorratslage gesellt sich als weiterer preisbewegender Faktor die Meldung über die Wiederinbetriebnahme der Pipeline zwischen den irakischen Ölfeldern um Kirkuk und dem türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan, die seit Tagen angekündigt war. Ihr Neuigkeitsgehalt ist so groß wie der einer Zeitung von gestern. Aber den Märkten war das Stoff genug, eine satte Abwärtsbewegung hinzulegen.

Da der fundamentale Hintergrund ausgemacht dürftig ist, gehen wir davon aus, dass einige Spekulanten gestern die Nerven verloren und so zum Ausverkauf beitrugen. Die angespannte Versorgungslage der USA scheint sich beim Benzin eher zu verschärfen. Und die explosive Stimmung im Irak kann täglich neue Probleme aufwerfen. Selbst wenn der Irak von heute an große Mengen Rohöl auf die Weltmärkte pumpen sollte, werden Länder wie Saudi Arabien durch Kürzungen vermutlich dagegenhalten. Daher bleibt die fundamentale Grundlage für steigende Preise bestehen. Den Kursen bietet sich nach dem Preisverfall erhebliches Potential wieder anzuziehen. Spekulanten finden also weiterhin ein fruchtbares Terrain.

Der gestrige Verfall des Gasölpreises ist heute Morgen beendet. Mit 242,50$ pro Tonne kostet Gasöl zur Stunde genauso viel wie gestern Abend.

Unsere Heizölpreise gaben gestern rund 1,5% nach (bezogen auf 3000 Liter). Es ist durchaus möglich, dass kurzfristig weitere Rückgänge folgen. Selbst wenn sich noch einmal 1,5% Preisverfall einstellten, würde der jüngste Aufwärtstrend aber noch nicht in Frage gestellt. Wir betrachten die momentane Bewegung als erfreuliche Einladung zum Kauf. Einen Trendwechsel sehen wir darin nicht. Zu viele Gefahren für Preissteigerungen lauern derzeit in den Märkten.

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