Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Keine Angst vor der OPEC

Die Preise purzeln munter weiter. Sie werden von Rezessionsängsten und fallenden Aktienmärkten getrieben. Um die physische Ware Öl geht es längst nicht mehr. Es geht um eine Weltanschauung. Und die ist bei Finanzjongleuren und Börsenhändlern in den letzten drei Monaten von einem großspurigen „Was kostet die Welt“ in ein hilfloses „Alles perdu“ umgeschlagen. Gegen diese Stimmung muss die OPEC heute die richtige Antwort finden, wenn sie ihren Ölpreis mit einer Mengenkürzung retten will. Das wird nicht klappen. Denn Kürzungen als Mittel gegen Preisverfall setzen auf Angst vor Lieferengpässen. Üblicherweise treibt Angst die Ölpreise tatsächlich in die Höhe. Im aktuellen Markt verstärkt Angst aber eher den Abwärtstrend, der ohnehin nur noch von Angst gespeist ist. Wenn die OPEC zuwenig Öl reduziert, bleibt ihre Maßnahme unbeachtet. Wenn sie zuviel Öl reduziert, verstärkt sie den Angsttrend. Eine Richtungsänderung der Preise wäre allenfalls eine kurze Gegenreaktion auf den Abwärtstrend. Der wird solange erhalten bleiben, bis wieder Zuversicht zur Konjunkturentwicklung einkehrt. Der Dollar setzt seinen Aufwärtstrend fort. Mit einem größeren Vertrauen in die US-Wirtschaft als in die EU-Wirtschaft ist das kaum zu begründen. Es ist halt nur ein Trend.

preistreibende (bullische) Einflüsse: OPEC kündigt Fördermengenkürzung an
Schäden durch Ike werden Ölversorgung lange beeinflussen
Nigeria bekommt Lieferprobleme nicht in den Griff
Produktionskosten steigen
IEA prognostiziert Versorgungsengpässe ab 2013

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Rezessionsängste
Finanzkrise
US-Bestandsdaten
Sinkende Konjunktur
EIA, IEA und OPEC senken Nachfrageprognosen
Chinas Nachfrage wächst deutlich langsamer
Charttechnik: Ölpreis im Abwärtstrend

Unsere Heizölpreise haben sich vom Weltmarkt komplett entkoppelt. Die Preisüberhöhung erreicht in manchen Regionen 20 Prozent. Raffineriegesellschaften schrauben ihre Gewinne in atemberaubende Höhen. Hier wird noch das großspurige „Was kostet die Welt“ zelebriert. Der deutsche Markt braucht dringend einen Käuferstreik. Das ist die einzige Möglichkeit, der Übertreibung ein Ende zu setzen. Wer nicht unbedingt Heizöl benötigt, weil sein Tank leer gelaufen ist, sollte in dieser Situation nicht kaufen. Es gibt noch genug Potential für tiefere Heizölpreise. Die Lieferzeiten sind weiterhin extrem lang. Sofortlieferungen sind eine seltene Ausnahme. Wir sind bestrebt ein Frühwarnsystem gegen derartige Marktlagen zu installieren, das jedem aktiven Nutzer zugänglich gemacht wird. Es wird in unser Logbuch für den Heizölverbrauch integriert.

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