Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Keine Entspannung in Sicht

Nach anfänglich ruhigem Preisverlauf zogen die Notierungen gestern am späten Nachmittag kräftig an. Ein Bündel von Gründen wird dafür verantwortlich gemacht. Erstens ist die Haltung der israelischen Likud-Partei gegen die Anerkennung des Palästinenserstaates zu nennen. Als Reaktion auf diesen aufheizenden Beschluss werden erneute Anschläge von Extremisten befürchtet. Zweitens wird ein Fehlalarm im Pentagon, der von einem Gasangriff ausging, als Begründung angegeben. Drittens wird der jüngste Report der IEA (Internationale Energie Agentur) genannt, der von einer moderaten Zunahme der Nachfrage in diesem Jahr ausgeht und in der Folge anziehende Preise prognostiziert. Die gestern zitierte Meinung eines Analysten, wonach es eher ein Überangebot an Öl geben wird, wird durch den IEA-Report koterkariert.

Der OPEC-Ausstoß im April ist mit 22,8 Mio. Barrel pro Tag unverändert gegenüber dem März. Die Produktion des Irak ist in der Zahl nicht enthalten. Damit hat es entgegen der gestrigen Analystenschätzung zwar keine weitere Zunahme gegeben, aber die Produktion liegt weiter um ca. 1 Mio. Barrel pro Tag über der selbst gesetzten Quote. Ein preisdrückender Einfluss geht von diesem Umstand allerdings nicht mehr aus. Er ist seit geraumer Zeit im Preis enthalten.

Von dem am 26. Juni stattfindenden Treffen des Kartells erwartet niemand eine Revision des Beschlusses über die Ausstoßkürzungen. Auf diesem Meeting wird ein neuer Generalsekretär gekürt. Dieser Vorgang bleibt ohne Preiswirkung.

In Folge der preistreibenden Umstände geht Gasöl heute Morgen mit 211$ pro Tonne ins Rennen und liegt damit gut 2% über den gestrigen Preisen. Für den Tagesverlauf erwartet man durchaus weiteren Preisauftrieb, der von Prognosen über die heute Abend zu veröffentlichen Lagerdaten in den USA ausgeht. Eine weitere Abnahme bei Rohöl wird befürchtet. Die Auguren haben sich mit solchen Vorhersagen aber schon häufig auf die falsche Seite geschlagen. Warten wir es ab.

Unser Heizölpreis kann dem Schub des Weltmarktes nicht standhalten und steigt ebenfalls spürbar an. Seine seitwärtsgerichtete Bewegung hat er aber noch nicht verlassen. Allerdings kratzt er nun an der oberen Grenze.

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