Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Keine Lust auf Party

Ein paar eingetrübte Konjunkturdaten aus Europa und aus China setzen die Ölpreise ordentlich unter Druck. Sie geben spürbar nach. Finanzjongleure haben ihre gute Stimmung verloren. Positive Zahlen aus den USA lassen sie unberücksichtigt. Daten aus dem Ölmarkt sind widersprüchlich. Aus ihnen kann sich jeder Investor ein eigenes Bild malen. Aktuell neigen die Protagonisten zu einem bärischen Kolorit. Das basiert auf Produktions- und Exportsteigerungen im Irak und in Libyen. Hinzukommt die Ankündigung Saudi Arabiens, die Produktion wenn nötig zu steigern, und die Erwartung, dass einige Länder ihre strategischen Reserven anzapfen werden. Die genannten Umstände können allerdings auch bullisch interpretiert werden. Sämtliche Maßnahmen reduzieren nämlich die Reservekapazitäten. Das grundlegende Angebot wird nicht erhöht. Aus dem Angebot wird lediglich mehr Öl abverkauft. Seit dem gefühlten Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009 mit real üppigen Reservekapazitäten in Höhe von sieben Prozent der globalen Ölnachfrage sinken diese kontinuierlich. Die Nachfrage legt seit damals stärker zu als das grundlegende Angebot. Inzwischen sind die Reservekapazitäten der Förderung bei zwei Prozent angelangt. Ab fünf Prozent gilt der Markt als knapp. Störungen können nicht mehr sicher abgefedert werden. Dieser Umstand wird früher oder später von Finanzjongleuren gewürdigt werden. Bis es soweit ist, können die Ölpreise sinken.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Knappe Reservekapazitäten der Förderung
Freundliche Konjunkturdaten aus den USA
Ausfälle von Lieferungen aus Südsudan, Jemen, Kanada, Irak, Brasilien
Asiatische Ölnachfrage wächst
Kriegsrasseln in der Iranaffäre

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Schlechte Konjunkturdaten aus EU und China
Irak eröffnet neues Ölterminal
Libyens Exporte erreichen in Kürze Vorkriegsniveau
Saudi Arabien will mehr Öl liefern
Diplomatie zum iranischen Atomprogramm lebt noch
Schwache Nachfrage der reifen Industrienationen
Schwere Schuldenkrise in den alten Industrienationen

Unsere Heizölpreise fallen weiter. Sie folgen den Ölnotierungen. Die Währungsparität zum Dollar hat einen geringen gegenteiligen Einfluss. Die Bewegung der Heizölpreise vollzieht sich innerhalb eines kurzfristigen Seitwärtstrends. Ihr Abwärtspotenzial ist noch nicht ausgeschöpft. Ein oder zwei Cent sind noch drin. Das muss aber noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Mit einer Verlängerung des Betrachtungshorizonts böte der Seitwärtstrend sogar bis zu fünf Cent Abwärtschance. Das Problem bei der Spekulation auf diese Chance ist nur, dass sie durch die Iranaffäre im Handumdrehen zunichte gemacht werden kann. Die aktuelle Stimmung ermutigt zum Warten auf bessere Preise. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen