Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Keine Preisentspannung in Sicht

Höhere Nachfrage und geringeres Angebot führt zwangsläufig zu steigenden Preisen. Genau dieser Sachverhalt scheint sich auszuweiten. Auf der Nachfrageseite erwartet man zusätzliche Bedarfe aus Japan aufgrund der Aufbauleistungen nach der dreifachen Katastrophe und aus den USA im Schlepptau der anziehenden Konjunktur. Dem durch die Freiheitskämpfe der arabischen Völker dezimierten Angebot drohen weitere Einbußen wegen anstehender Präsidenten- und Parlamentswahlen in Nigeria. In dem Land ist die Verteilung des Ressourcenreichtums noch ungerechter als in der arabischen Welt, was zu latenten Rebellenkämpfen mit der Staatsmacht und der Ölindustrie führt. Erfahrungsgemäß werden diese Kämpfe im Vorfeld von Wahlen heftiger. Vor vier Jahren verlor das Land dabei zeitweise die Hälfte seiner Exportfähigkeit. Die Welt musste auf eine Mio. Barrel Rohöl pro Tag verzichten. Für die OPEC wird es immer schwieriger, Fehlmengen auszugleichen. Ihre Reservekapazitäten sind mittlerweile erheblich reduziert. Man kann zwar davon ausgehen, dass die Preise aufgrund der politischen Unsicherheit eine Risikoprämie von 20 Dollar enthalten. Es ist allerdings nicht zu erwarten, dass diese Prämie in absehbarer Zeit verschwindet. Im Gegenteil, die Lage deutet eher auf ein anwachsen der Prämie hin.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Nigeria droht eine Ausweitung der Rebellenaktivitäten
Libyen fällt als Lieferant lange aus
Sorge vor Ausweitung der Unruhen auf Saudi Arabien
OPEC-Exporte rückläufig
Chinas Ölkonsum wächst
China wird strategische Reserven in 2011 weiter aufstocken
EIA, IEA und OPEC heben Nachfrageprognose an
Dollar sinkt

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Insgesamt hohe US-Bestände
Markt ausreichend mit Öl versorgt
Dreifache Katastrophe in Japan
Japan greift auf strategische Reserven zu
IEA hat die Option der Reservemengen

Unsere Heizölpreise steigen, weil die Preise an den Ölbörsen steigen. Die Entwicklung verläuft hierzulande noch relativ glimpflich, da der Dollar nachgibt und damit dämpfend wirkt. Gleichwohl sind die Heizölpreise so hoch aufgestiegen, dass Verbraucher ihr baldiges Einknicken erwarten. Dieser Erwartung fehlt allerdings eine greifbare Grundlage. Ölpreise und Aktienkurse laufen einigermaßen im Gleichtakt. Die Konjunkturdaten weisen auf relative Stärke hin. Das Finanzsystem wird, wo immer es angeschlagen ist, staatlich gestützt. Soziale Unruhen in vielen Lieferländern nehmen eher zu als ab. Selbst wenn die spekulative Risikoprämie im Ölpreis zusammenbräche, was derzeit nicht zu erwarten ist, würde das lediglich auf das Heizölpreisniveau von Mitte Februar zurücklaufen. Das wäre ein Minus von kaum acht Prozent. Wer sich allen Hinweisen auf steigende Heizölpreise in den letzten fünf Monaten verschloss, muss bis heute ein Plus von 25 Prozent zu Kenntnis nehmen. Die Gefahr weiter steigender Ölpreise ist durch den bisherigen Anstieg in keiner Weise reduziert. Deshalb gilt, lieber früher als später Heizöl zu kaufen und gegebenenfalls die Förderung für solare Wärme mitzunehmen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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