Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Kleine Ursachen zeigen Wirkung

Die Daten über die US-Vorräte, eine Rede von George W. Bush zu den Ölpreisen und ein mediales Moratorium im Atomstreit mit dem Iran bilden die Grundlage für einen moderaten Preisrückgang. Die Überhitzung der letzten Wochen wird nun abgebaut. Ein Ende des längerfristigen Aufwärtstrends steht aber nicht an. Der Dollar befindet sich weiterhin im Abwärtstrend. Auch er kommt langsam in einen Bereich, der eine Gegenreaktion erwarten lässt.

Stark ist der Abwärtsimpuls für die Preise nicht. Die Vielfalt von Kleinigkeiten verursacht in diesem Fall die Wirkung. Keinesfalls stark sind beispielsweise die Daten über die Veränderung der US-Bestände zur Vorwoche. Immerhin setzte sich der rasante Abbau von Heizöl und Diesel nicht fort. So konnte der Blick auf die Höhe der Gesamtbestände gerichtet werden. Und die sind trotz aller Skepsis gut. Am positivsten wurde aufgenommen, dass die Raffinerieverfügbarkeit anstieg. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) meldeten folgende Zahlen:

Rohöl: -0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,9 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,2 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 1,1 (DOE) bzw. ein Aufbau von 1,2 (API) Mio. Barrel. Die Importe stiegen wieder deutlich an. Sie liegen über den Vorjahreswerten. Die Raffinerieverfügbarkeit beträgt 90 Prozent. Der Wert ist nicht gut aber doch das Beste, was seit Monaten gemeldet wurde. Für die gleiche Woche des letzten Jahres stehen 93 Prozent im Protokoll.

Stark war auch nicht die Rede von George W. Bush, mit der er die Bürger der USA wissen ließ, wie er die Ölpreise zu senken gedenkt. Die Bush-Politik hatte und hat nichts Vertrauensbildendes zu bieten. Daher wird von ihr keine nachhaltige Wirkung zur Senkung der Preise ausgehen. Kurzfristig hinterlässt der einstweilige Stopp beim Aufbau der strategischen Ölreserven immerhin Wirkung. Die Reserven seien bereits jetzt so groß, dass eine temporäre Unterbrechung des Ölstroms ohne Probleme gemeistert werden könne. Dem europäischen Zuhörer vermittelt der Satz Misstrauen. Impliziert er doch, dass eine Unterbrechung des Ölstroms ernsthaft in Betracht zu ziehen sei. Ursache für eine solche Unterbrechung wären in jedem Fall die USA selbst. Sie hängen in besonderer Wiese vom Öl Venezuelas ab. Der Iran spielt im Portfolio kaum eine Rolle.

Weiterhin will Bush die Ölkonzerne auffordern, die Investitionen in die Erschließung alternativer Energien zu erhöhen. Der Staat soll ebenfalls mehr Geld bereitstellen. Als Treibstoff der Zukunft setzt Bush auf Wasserstoff. Die zu erwartenden Entwicklungszeiten für die großtechnische Nutzung dieses Energieträgers sind zweistellig. Statt kurzfristig auf Benzinsparen zu setzen, sollen die erhöhten Umweltschutzvorschriften für Benzin aufgeweicht werden.

Nicht mehr stark ist momentan der preisbildende Einfluss des Atomstreits mit dem Iran. Die Positionen sind geklärt. Sie sind unvereinbar. Der UN-Sicherheitsrat ist nun am Zug. Aber auch dort treffen unvereinbare Positionen aufeinander. Zwar gibt die Organisation vordergründig den Takt an. In der Realität wird aber alles von der Haltung der USA abhängen. Bellen werden sie mit Sicherheit. Beißen werden sie dieses Mal wahrscheinlich nicht.

Charttechnisch liegt erhebliches Potenzial für eine deutliche Gegenbewegung vor. Dass es in Gänze genutzt wird, erscheint angesichts der schwachen Impulse eher unwahrscheinlich.

Heute Morgen setzt sich der Preisrückgang beim Gasöl fort. Die Tonne kostet 628,50 $.

Unsere Heizölpreise geben nach. Der Umstand fallender Ölpreise und fallender Dollarnotierungen macht die Preisbewegung auffälliger. Aus technischer Sicht sollte sie sich fortsetzen. Die geopolitischen Rahmenbedingungen können sie aber jederzeit zur Umkehr veranlassen. Nach unserer Ansicht sollten spekulativ eingestellte Verbraucher sich das Spiel auf kurzfristig weiter sinkende Preise gönnen.

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