Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Kommt die Preiswende?

Ab September sollte Benzin als ein Motor für steigende Ölpreise ausgedient haben. Heizöl wird die tragende Position übernehmen. Diese These geht davon aus, dass neben der Rohölversorgung die knappen Verarbeitungskapazitäten preisbestimmend sind.

In der jüngeren Vergangenheit zeigte sich immer wieder, dass die Ölpreise nicht nur durch das Rohölaufkommen bestimmt werden. Versorgungslöcher bei einzelnen Produkten oder in einzelnen Regionen trieben sie gleichermaßen in die Höhe. Aktuell geschieht dies durch Benzin, das in den USA knapp ist. Die Lager sind so leer wie zuletzt im November 2000. Damals waren die Ölpreise deutlich höher als heute.

Die US-Bürger werden zuversichtlicher. Das drückt sich u.a. in ihrer Fahrfreude aus. Sie ist am kommenden Wochenende, es ist labor day, so groß wie zuletzt vor acht Jahren. Daher ist ihr Bedarf an Benzin ebenfalls außerordentlich hoch. Und das setzt die Versorgungssituation weiter unter Druck. Obwohl nach dem kommenden Wochenende der Sommer offiziell beendet ist und der Blick auf den Winter gerichtet wird, kann man nicht nahtlos vom Benzin auf Heizöl als Führungsprodukt übergehen. Die vollkommen geplünderten Tanklager verlangen einen Aufbau des Benzins. Das verhindert einen weiteren kräftigen Aufbau beim Heizöl. Denn die Raffinerien können im Schwerpunkt nur ein Produkt liefern.

Es ist eine ähnliche Situation wie im Frühjahr. Durch den kalten Winter war der Bedarf an Heizöl größer als erwartet. Daher mussten die Raffinerien länger Heizöl produzieren und konnten sich nicht rechtzeitig auf Benzin umstellen. Damals zeichnete sich bereits das Benzinproblem ab. Wir informierten darüber. Nun liegen die gleichen Voraussetzungen in umgekehrter Produktkonstellation vor. Heizöl wird gebraucht aber Benzin muss nachgeliefert werden.

Am Ende des Sommers 2003 liegt der Heizölbestand knapp 10% unter dem Bestand des Vorjahres. Zwar ist er heute besser als Ende August des Jahres 2000. Aber der Gesamtbestand an Rohöl, Heizöl, Diesel und Benzin befindet sich auf gleichem Niveau wir vor drei Jahren. Damals war Heizöl rund 40% teurer als heute. Rohöl war etwa 15% teurer, der Gasölpreis lag rund 30% höher und der Dollar kostete 20% mehr als heute.

Die internationale politische Lage schien damals friedvoller zu sein. Und die heute unsicheren aber nach wie vor wichtigen Lieferländer Irak, Nigeria und Venezuela machten nicht so negative Schlagzeilen wie in den letzten Monaten.

Angesichts dieser Umstände stellt sich die Frage, woher eine Preiswende kommen soll? Außer der oft geäußerten Hoffung auf mehr Russenöl fällt uns nichts ein. Und wie aus dem russischen Rohöl genügend Benzin und Heizöl für die durstigen Amerikaner hergestellt werden soll, bleibt derzeit auch ungelöst. Also ergibt sich die naheliegende Schlussfolgerung, dass Öl eher teurer als billiger wird.

Heute Morgen zieht der Gasölpreis wieder an. Die Tonne kostet zur Stunde 245,50$.

Unsere Heizölpreise legen wieder zu. Vor dem langen Wochenende in den USA erwarten wir keine nennenswerte Preisverschiebung. Aber insgesamt blicken wir auf einen stabilen Aufwärtstrend, für den es starke fundamentale Gründe gibt. Er wird sich vermutlich in der nächsten Woche wieder Bahn brechen. Wir geben daher eine Kaufempfehlung zum aktuellen Preisniveau.

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