Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Kurzfristig günstigeres Heizöl

Die Finanzindustrie hat es bisher verstanden, ihre Vermögenswerte zwischen Schuldenkrise und Wirtschaftswachstum ohne große Verluste hindurchzumanövrieren. Das sah im Sommer anders aus. Damals befürchtete man den Absturz. Er blieb dank beherztem Handeln der Politik aus. Reflexartig tritt sie in den Stunden der Not die Flucht nach vorne an. Politik verhält sich wie ein ungeübter Bergsteiger, der den Abgrund vor Augen den Aufstieg als einzigen Ausweg ins Kalkül zieht. Durch das wiederkehrende Nachvornefliehen ist die Fallhöhe mittlerweile beängstigend hoch geworden. Der Gipfel ist noch lange nicht erreicht. Ein Absturz kann zwar jederzeit erfolgen. Fluchtmöglichkeiten nach oben sind aber weiterhin reichlich vorhanden. Die Finanzindustrie bemüht sich derweil um den Ausgleich der letzten sommerlichen Verluste und das Einfahren weiterer Gewinne. Beim Öl findet sie für ihr Vorhaben gute Bedingungen. Die Nachfrage ist aufgrund des Aufstiegs neuer wirtschaftlicher Schwergewichte stabil anziehend. Das Angebot ist begrenzt. Tendenziell läuft das auf Knappheit hinaus. Aktuell ist die Versorgungslage durch die schnelle Rückkehr Libyens als Lieferant leicht entspannt. Der Atomstreit mit dem Iran entfesselt aber bereits neue Fantasien über ausbleibende Liefermengen. Die wären langfristig zwar ruinös für die Wirtschaft. Für Finanzjongleure sind sie kurzfristig aber eine Einladung zum Gewinn. Heute Morgen wird diese Einladung noch nicht wahrgenommen. Noch folgen die Ölpreise der Entspannung.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Freundliche Konjunkturdaten aus den USA
Streit um Iranisches Atomprogramm
Gute Wirtschaftsdaten aus China
US-Bestände sinken
OPEC erhöht Nachfrageprognose
Ölkonsum der Wachstumsländer wächst
Japan braucht mehr Öl zur Stromproduktion

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Negative Konjunkturerwartungen in EU und USA
Schwache Nachfrage der reifen Industriegesellschaften
Libyen baut Produktion rasch wieder auf
Staatsschulden in den alten Industrienationen
Plausible Sanierungsrezepte fehlen

Unsere Heizölpreise geben nach. Dabei haben sie den jüngsten Aufwärtstrend nach unten durchbrochen. Dem mittel- und langfristigen Aufwärtstrend folgen sie weiterhin. Charttechnisch deuten sich Kaufgelegenheiten mit kleinem Einsparpotenzial an. Der große Wurf abstürzender Heizölpreise ist nicht in Sicht. Wer zum Winter Heizöl kaufen muss, sollte die Preise eng verfolgen. Wir gehen davon aus, dass sie in Kürze wieder steigen werden. Aus unserer Sicht ist es sinnvoll, das Heil in der Senkung des eigenen Verbrauchs zu suchen. Dabei kann die hier vorgeschlagene Einsparinvestition nur ein Teil der Lösungsfindung sein. Der andere Teil muss in der Aufwertung der thermischen Haushülle gesucht werden. Einfacher ausgedrückt, die Dämmung ist der Schlüssel zum Erfolg.

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