Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Länger nichts vom Euro gehört

Zwei Wochen lang war der Euro kein Thema. Nun ist er zurück. Eine Auktion für kurz terminierte italienische Staatsanleihen verlief gestern gut. Auf die Zinsen der zehnjährigen Titel hatte das keinen nennenswerten Einfluss. Sie liegen weiterhin nahe sieben Prozent. Das ist unerträglich viel, meinten Finanzjongleure und erinnerten sich, dass der Euro eine Problemwährung sein könnte. Prompt verlor er deutlich an Wert. Im typischen Handelsverlauf zeigen Währungstrades nicht minder typische Rückwirkungen auf die Ölnotierungen. Das war gestern auch so. Rohöl gab spürbar nach. Die Iranaffäre war dabei kein Thema. Möglicherweise half die klare Replik aus dem Pentagon auf die iranische Drohung, die Straße von Hormus gegebenenfalls zu schließen. Die Angelegenheit ist damit aber sicher nicht vom Tisch. Hilfreich für den Rohölpreisrückgang war auch eine sich abzeichnende Fehleinschätzung zur Entwicklung der US-Bestände. Die scheinen derzeit nicht zu sinken, sondern zu steigen. Das alles hat aber leider keine nennenswerte Wirkung auf die Gasölpreise, die Basisgröße für unser Heizöl. Sie geben nicht nach, weil sich ein Versorgungsproblem in Europa abzeichnet. Der größte unabhängige kontinentale Raffineriebetreiber, die Firma Petroplus, ist in Zahlungsschwierigkeiten. Die hohen Rohölpreise hierzulande machen ihm wie der gesamten Branche zu schaffen. Ihr drohen Verluste. Das gilt nicht für die integrierten Konzerne, die über eigene Förderungen verfügen. Für die Versorgung spielen die Unabhängigen eine wichtige Rolle. Ein Ausfall brächte das gesamte Versorgungssystem in Schieflage. Petroplus wird seine Produktion mindestens drosseln müssen. Dieser Umstand wurde gestern beim Gasöl eingepreist. Anmerkung: Der Sachverhalt zeigt, dass die Ölversorgung eine komplexe Angelegenheit mit vielen Fassetten ist. Die von Medien, Politik und Verbrauchern bevorzugte Täter-Opfer-Klassierung in Fragen des Kraft- und Brennstoffpreises ist nicht so einfach aufzustellen, wie das gerne versucht wird.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Atomstreit mit dem Iran
Kraft- und Brennstoffversorgung in Europa unsicher
Unruhen in der kasachischen Ölindustrie
Unsichere Lage in Irak
Globale Ölnachfrage wächst

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Schwere Schuldenkrise in den alten Industrienationen
Ratings wichtiger Länder und Banken vor Herabstufung
Schwache Nachfrage der reifen Industrienationen
OPEC und IEA reduzieren Prognosen über Nachfragesteigerung
Libyen baut Produktion rasch wieder auf

Unsere Heizölpreise steigen spürbar. Aktuell werden sie vom Dollar und der Unsicherheit zur europäischen Produktenversorgung getrieben. Beide Themen hatten wir in den letzten Tagen nicht auf dem Radarschirm. Unser Blick war auf den Iran und auf die Ölversorgung der USA gerichtet. Hierbei zeichnet sich ein Patt ab. Es gibt durchaus bärische Impulse von den Börsen. Dummerweise wird aber immer wieder ein bullisches Kaninchen aus dem Zylinder gezogen. Das frisst die Möglichkeit für sinkende Preise. Charttechnisch ist der kurzfristige Abwärtstrend beim Heizöl gebrochen. Die Bewegung spielt sich in den mittel- und langfristigen Trends ab. Sie zeigen beide aufwärts. Deshalb pochen wir immer wieder darauf, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs auseinanderzusetzen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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