Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Libyen wird nicht liefern

Die Konjunkturentwicklung in den alten Industrienationen ist seit dem sogenannten Ende der Finanzkrise alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Deutschland steht unter den angeschlagenen Staaten vergleichsweise gut da. Aus den USA kommen nach wie vor widersprüchliche Zahlen. Immerhin glaubt man in der US-Notenbank, den Patienten bald aus der Intensivbehandlung entlassen zu können. Die Liquiditätsinfusionen werden innerhalb der kommenden drei Monate sukzessive heruntergefahren. Der Japanschock trägt nicht zum Aufbau von Vertrauen bei. Einzig die aufstrebenden Neuindustriestaaten halten die Fahne des Wirtschaftswachstums hoch. Insofern ist der starke Anstieg der Ölpreise in den letzten Monaten keine Selbstverständlichkeit. Er ist zum einen der hohen Liquidität und dem daraus folgenden Spekulationszwang der Finanzwirtschaft geschuldet. In jüngerer Vergangenheit ist er zum anderen Folge der Unruhen innerhalb der arabischen Welt. Die haben zum Ausfall Libyens als Öllieferant geführt. In den letzten Tagen wurde von den Aufständischen mehrfach die teilweise Wiederaufnahme des Exports angekündigt. Das trug zur Beruhigung der Preisentwicklung bei. Wahrscheinlich wird es in absehbarer Zeit aber zu keinen Lieferungen kommen, weil mehr Ölinfrastruktur zerstört wurde als ursprünglich angenommen. Die Reparatur wird mangels Fachpersonals, das das Land verlassen hat, derzeit nicht erfolgen. Dieser Umstand wird die Ölpreise weiter hoch halten.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Unruhen in Bahrain, Jemen, Algerien und Syrien
Libyen fällt als Lieferant weitgehend aus
Sorge vor Ausweitung der Unruhen auf Saudi Arabien
OPEC-Exporte rückläufig
Japan braucht mehr Öl
Chinas Ölkonsum wächst
China wird strategische Reserven in 2011 weiter aufstocken
EIA, IEA und OPEC heben Nachfrageprognose an
Dollar sinkt

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Markt ausreichend mit Öl versorgt
Dreifache Katastrophe in Japan
Japan greift auf strategische Reserven zu
IEA hat die Option der Reservemengen
Insgesamt hohe US-Bestände

Unsere Heizölpreise tendieren seitwärts. Sie folgen damit den Vorgaben der Ölbörsen. Im Augenblick scheint der Aufwärtsschwung verflogen zu sein. Eine Gegenbewegung deutet sich allerdings nicht an. Dazu ist die Sorge vor Unruhen innerhalb der bedeutenden Ölstaaten am Persischen Golf zu groß. Für etwas Entspannung der Heizölpreise könnte der Abwärtstrend des Dollars sorgen. Der ist allerdings alles andere als eine verlässliche Bank. Preislich steckt weiterhin wenig Abwärtschance und viel Aufwärtsgefahr im System. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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