Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Luftschläge gegen Libyen

Bereits seit Freitagabend werden Stellungen und Einrichtungen der libyschen Streitkräfte aus der Luft angegriffen. Auch Gaddafis Residenz wurde als militärische Zentrale bezeichnet und dann beschossen. Es wird von militärischen Erfolgen der Alliierten berichtet, von Trefferquoten und zerstörten Zielen. Politisch erscheint das Manöver planlos. So fehlt zum Beispiel die Abstimmung mit der Arabischen Liga. Diese hatte zwar zuvor die Einrichtung einer Flugverbotszone gefordert, aber die jetzige Umsetzung durch Frankreich, Großbritannien und den USA als über das Ziel eines Flugverbotes hinausgehend bezeichnet. Es klemmt aber auch in der militärischen Verzahnung der alliierten Streitkräfte. So will Frankreich keine Führung durch die Nato und die USA ihre Streitkräfte nicht den Franzosen unterstellen. Das führt dazu, dass zurzeit eine Doppel- und Parallelführung der Angriffe herrscht. Es gibt also Streit innerhalb der Nato und die arabische Welt fühlt sich mehrheitlich vor den Kopf gestoßen. Da noch keine Pläne für die Zeit nach den Bombardements bekannt gegeben wurden, können die Ölpreise heute Morgen nur mit einem Aufschlag auf die Kurse vom Freitag reagieren. Zu diesem Aufschlag trägt auch der Schimmer an Hoffnung bei, der durch die Bekämpfung des Super-Gaus in Japan aufgekommen ist. Dort macht die Sicherung der Reaktoren in der Anlage Fukushima 1 Fortschritte. Die Gefahr eines Super-Gaus ist aber nach wie vor nicht gebannt. Der Euro konnte sich am Freitag von seinen zuletzt erlittenen Verlusten erholen und steht, wenn man die letzten 12 Monate betrachtet, vor einem neuen Rekordhoch.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Unruhen in Bahrain und Jemen
Libyen fällt als Lieferant weitgehend aus
Sorge vor Ausweitung der Unruhen in Saudi Arabien
Japan nimmt Raffinerien wieder in Betrieb
Gute Konjunkturzahlen aus der alten Industriewelt
US-Bestände sinken
Chinas Ölkonsum wächst
China wird strategische Reserven in 2011 weiter aufstocken
EIA, IEA und OPEC heben Nachfrageprognose an

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Erdbeben und nukleare Katastrophe in Japan
Saudi Arabien, Kuwait u.a. erhöhen Produktion
IEA hat die Option der Reservemengen
Insgesamt hohe US-Bestände
Schwache US-Nachfrage

Unsere Heizölpreise steigen erneut. Während sich die Lage in Japan zu stabilisieren scheint, intensiviert sich der Kampf in Nordafrika. Mit den Unruhen in Bahrain und dem Jemen wird es auch enger für Saudi Arabien. Unruhen in Saudi Arabien hätten aber weitaus mehr Sprengkraft für die Ölpreise als es Libyen, Bahrain und der Jemen zusammen haben. Für den deutschen Heizölverbraucher werden diese preistreibenden Faktoren zurzeit vom Euro gedämpft. Dies passiert nur unzureichend, aber es verhindert schlimmere Preissteigerungen. Diese Woche erwarten wir im besten Fall eine Seitwärtsbewegung, wie sie sich seit Anfang März darstellt. Die Gefahr höherer Heizölpreise ist aber groß. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir das kostenlose www.esytrol.com.

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