Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Luftschlag der Saudis im Jemen lässt Heizölpreise steigen

Internationaler Markt

Die Verhandlungen im Iran werden heute fortgeführt und es wird gerätselt, wieviel Öl der Iran denn nun eingelagert hat. Die Schätzungen gehen weit auseinander. Es scheint, als wäre zwischen 7 Mio. Barrel und 34,5 Mio. Barrel alles möglich. Bezüglich der US-Lagerbestände muss nicht viel spekuliert werden. Die gestrigen DOE-Daten bestätigen die steigende Tendenz, wobei einige Analysten hier die These vertreten, dass die US-Lagermöglichkeiten schlimmstenfalls zu 73% ausgelastet sind und noch einiges an Lagerpotential vorhanden ist. Auch China vermeldet Lagerbestände auf Rekordniveau. Dies könnte bedeuten, dass der Import nur noch wenig steigt. Da China der zweitgrößte Ölkonsument der Welt ist, würde sich dies bärisch auswirken. All dies führte gestern zu einer normalen Entwicklung der Rohölpreise. Allerdings begann heute Morgen Saudi Arabien Luftschläge im Jemen gegen die Huthis durchzuführen. Auch eine Bodenoffensive scheint möglich. Die Regierung im Jemen hatte um Unterstützung gebeten. Die Angriffe werden von Saudi-Arabien ausgeführt und von Katar, Kuwait, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt. Das Öl des Jemen spielt hierbei ausnahmsweise eine untergeordnete Rolle. Es geht vielmehr um die politischen Verhältnisse, die verteidigt werden sollen.

Der Euro befand sich gestern wieder in einer Aufwärtsbewegung und versuchte die 1,10 Dollar-Marke zu knacken. Unterstützt wurde er von den US-Wirtschaftsdaten für langlebige Wirtschaftsgüter, die hinter den Erwartungen zurückblieben und somit den Dollar etwas schwächten. Einen weiteren leichten Rückenwind bekam der Euro durch die positiven Meldungen zur deutschen Wirtschaft. Zuletzt notierte er jedoch unterhalb des Tageshochs bei 1,0971 Dollar. Sollte es nun zu einer Zinsanhebung der US-Notenbank kommen, würde dieses Aufwärtspotential wieder verpuffen. Über den Zeitpunkt dieser Zinsanhebung lässt uns die Fed allerdings nur spekulieren.

Die Reaktion auf die jüngsten US-Bestandsberichte des DOE (Department of Energy) und des API (American Petroleum Institute) sind lediglich durch technisch orientierte Spekulationen zu erklären. Dabei setzen die Spekulanten auf wachsende Unterschiede zwischen den Ölsorten WTI und Brent. Der Gesamteindruck bleibt bärisch. Bestände und Produktion in den USA jagen weiter von einem Rekordwert zum nächsten. Die Einzelergebnisse der Bestandsrecherchen sehen wie folgt aus:

Rohöl: +8,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. 4,8 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +-0,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,6 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 6,2 (DOE) bzw. 1,6 (API) Mio. Barrel gegenüber der Vorwoche. Die Raffinerieauslastung stieg auf gute 89 Prozent. Der Wert liegt über dem Niveau des Vorjahres.

Heute Morgen ziehen die Rohölpreise an. Sie werden vom Militäreinsatz im Jemen getrieben. Im Vergleich zu gestern Morgen ergibt sich folgendes Bild. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 537,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 50,97 Dollar und in London zu 57,94 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9111 Euro . Damit kostet der Euro 1,0977 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise ziehen an. Sie werden von den Rohölpreisen gezogen. Öl ist dabei nicht wirklich das Thema, sondern die politische Stabilität. Sie sind trotzdem noch im Seitwärtstrend der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz.

Die Heizölverbraucher in Deutschland kaufen wieder auf zweitstärkstem Niveau. Damit halten diejenigen, die zurzeit Heizöl benötigen, die aktuellen Heizölpreise für gute Kaufpreise. Die Hoffnungen auf tiefere Preise stiegen gestern um 3 Prozentpunkte auf 85 Prozent. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an.

Den Beobachtern sei gesagt, dass nun in ganz Deutschland das mathematische Tiefpreis-System einen guten Kaufmoment anzeigt. Damit ist der aktuelle Heizölpreis im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit gut. Die Gefahr, dass man sich verspekuliert, wächst demnach.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: HeikoHarlapp@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen