Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Man kommt der Sache näher

Die EZB bemüht sich, ihrer Rolle als Geldwertstabilisator gerecht zu werden, ohne dem Kreditfluss der Wirtschaft zu schaden. Da die Aufgabe derzeit unlösbar ist, ruft jede Maßnahme Opfer hervor. Der Zinsentscheid – Senkung auf ein Prozent - benachteiligt Sparer. Die haben keine Lobby. Deshalb geschieht an der Front zunächst nichts. Die Absage, dauerhaft Staatsanleihen zu kaufen, schmeckt den großen Investoren nicht. Die sehen ihre Anlagen gefährdet. Sie reagieren unverzüglich über die Börsen. Die Kurse purzeln. Als erfreulicher Nebeneffekt sinken die Ölpreise. Bisher war es üblich, dass die Investmentszene über ihre Lobby Entscheidungen zu ihren Gunsten veränderte. Die Zeiten scheinen nun vorbei zu sein. Die Politik geht eine härtere Gangart. Banken und Bankenlobbyisten wie dem britische Premierminister David Cameron wird von der Mehrheit der EU-Politiker die kalte Schulter gezeigt. Der harte Kern um Angela Merkel und Nicola Sarkozy will eine neue, eine handlungsfähige EU durchboxen. Das Vorhaben wird an den „Märkten“ kritisch beäugt. Wenn es gelingen sollte, wird es mit Sicherheit goutiert werden. Die in Ungnade gefallene Finanzszene hätte immerhin mehr Klarheit über ihren Handlungsrahmen. Das ist gut für weniger windige Geschäfte. So ist es zu erklären, dass der Euro gestern trotz einer aufgescheuchten Börse relativ geringe Verluste ertragen musste. Ihm haftet ein wenig Hoffnung an.

Eine stärkere EU ist ein geschichtlich relevantes Ereignis. Sie ist aber nicht die Lösung der Probleme mit dem Geld- und Finanzsystem. Sie ist allenfalls eine lösungsfähige Instanz. Über die Lösung schweigt sich die Politik nach wie vor aus. Nach unserer Einschätzung gibt es im bestehenden Geld- und Finanzsystems nur zwei Handlungsoptionen zu seiner Rettung, die Umverteilung der Vermögen oder/und den Übergang auf Vollgeld, das nur von den Notenbanken geschöpft wird. Heute wird das meiste Geld als Giralgeld von den Geschäftsbanken quasi nach Belieben erzeugt. Dabei fahren sie die Gewinne der Geldschöpfung ein. Bliebe der Schöpfungsakt den Notenbanken vorbehalten, fielen die Gewinne an die Staaten, die ihn dringend zur Schuldentilgung brauchen. Die Umverteilung über temporäre Steuern nahe 100 Prozent, die fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung zu zahlen hätte, von der aber 100 Prozent profitieren würde, ist ein in der Geschichte mehrfach praktizierter Weg. Er scheint derzeit leider undiskutierbar sein zu.

Die Ölpreise haben die Chance noch ein wenig weiter zu fallen. Sie werden mit Sicherheit vor Anwendung einer der skizzierten oder einer anderen Lösungen wieder steigen.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Konjunkturaussichten der USA freundlicher
Sanktionen gegen den Iran
OPEC erhöht Nachfrageprognose
Globale Ölnachfrage wächst

preisdrückende (bärische) Einflüsse: US-Bestände steigen
Staatsschulden in den alten Industrienationen
Schwache Nachfrage der reifen Industriegesellschaften
Saudi Arabien zu Erhöhung der Liefermengen bereit
Libyen baut Produktion rasch wieder auf

Unsere Heizölpreise fallen kräftig. Der Impuls kommt von den Ölnotierungen. Ein steigender Dollar bremst den Abgang, er kann ihn aber nicht verhindern. Der kurzfristige Abwärtstrend lebt. Mittel- und langfristig gilt der Aufwärtstrend. Verbrauchern bietet sich die Chance, günstiger Heizöl zu kaufen. Wir halten einen weiteren Preisrückgang für möglich. Preise unter 80 Cent pro Liter sehen wir allerdings nicht kommen. Die Bewegung ist kein panischer Ausverkauf. Sie ist eine normale Börsenkorrektur. Wer eine höhere Kostenersparnis beim Heizölkauf einfahren will, sollte für die Reduzierung des eigenen Verbrauchs sorgen. Bei dieser Maßnahme hier gibt es sogar eine Bonusreduktion auf den Heizölpreis.

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