Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Markt entspannt, Preise konstant

Die Versorgungslage ist entspannt. Das Handelsinteresse ist gering. Die Preise bewegen sich kaum. Daran sollte sich kurzfristig nicht viel ändern. Der Dollar setzt seinen Aufwärtstrend entgegen der Erwartungen vieler Banker fort.

Es ist erst wenige Wochen her, dass die beängstigend tiefen Heizölvorräte in den USA mit Sorge betrachtet wurden. Nur den milden Wetterverhältnissen war es zu verdanken, dass die Preise nicht rasant stiegen. Inzwischen stehen die Bestände in den Tanklagern auf Vorjahresniveau. Das Wetter ist wieder milde. Heizöl verliert seine Kraft, die Ölpreise zu steigern. Es vermag trotz aller Entspannung aber auch keinen Preisverfall herbeiführen.

Die Rohölversorgung ist gut. Die Rede ist sogar von einem leichten Überangebot. Das wäre ein weiterer Grund für fallende Preise. Aber auch dieser zieht nicht. Eine längerfristige Betrachtung lässt keine sinkenden Preise zu.

Begründet wird das damit, dass die OPEC-Staaten die Händen bereits an den Ölhähnen haben. Sollte der Preis ins Rutschen geraten, rechnen Analysten damit, dass die Hähne zugedreht werden. Darüber hinaus kommen Nigeria und der Irak nicht zur Ruhe. Immer wieder stehen durch Streik und Terror Liefermengen in Frage.

Die stärkste Kraft auf die Preise scheint aber China mit seinem weiterhin kräftig wachsenden Öldurst auszuüben. Im vergangenen Jahr wuchs der Verbrauch nach Berechnungen von Experten um 17% auf 6,2 Mio. Barrel pro Tag. Damit liegt das Land als zweitgrößer Ölverbraucher der Erde zwar immer noch um Längen hinter den USA, die über 20 Mio. Barrel pro Tag verbrauchen. Aber die Steigerungsraten lassen erahnen, dass die Zahl bis 2010 bereits auf 10 Mio. Barrel pro Tag angestiegen wird. Die Eigenproduktion des Landes, die Anfang der 1990er Jahre noch höher als der eigene Verbrauch war, stagniert dagegen. China wird langfristig immer mehr Öl vom Weltmarkt verlangen. Dieser Umstand gibt Investmentfonds Anlass genug, auf steigende Preise zu setzen. Von einer oft herbeigeredeten Spekulationsblase ist der Markt allerdings weit entfernt.

Sowohl fundamental als auch charttechnisch lässt sich für die nächsten Tage etwas Preisnachlass erahnen. Der wird aber aller Voraussicht nach durch steigende Dollarkurse für europäische Verbraucher unwirksam werden. Allen Greenspan gelang es mit seinem letzten öffentlichen Auftritt den Dollar stark zu reden. Er sieht Chancen auf eine Verringerung des US-Leistungsbilanzdefizits.

Heute Morgen gibt der Gasölpreis in der Tat nach. Mit 387,50$ kostet die Tonne weniger als während der ganzen letzten Woche.

Unsere Heizölpreise verharren auf der Stelle. Ölpreis und Dollarkurs scheinen sich zu neutralisieren. Die Inlandsnachfrage ist gering. Das wird sich angesichts des närrischen Treibens in weiten Teilen der Republik während der ersten Wochenhälfte nicht ändern. In dieser Zeit ist es auch schwierig, Heizöl zu bekommen. Wer nach der Narrenzeit Heizöl benötigt, ist besser beraten, eine ausreichende Lieferzeit vorzusehen, als auf deutlich fallende Preise zu spekulieren. Die Einsparung durch eine flexible Lieferzeit senkt Logistikkosten. Dieser Preisvorteil ist sicher. Die Spekulation auf fallende Preise ist unsicher. Wenn es am Ende sogar eng mit dem Heizöl wird, muss eine Einzelfahrt in Anspruch genommen werden. Die kann teuer kommen.

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