Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Merkwürdige Gelassenheit

Am Freitag blieb der New Yorker Handel geschlossen. Daher hatten die Märkte bisher nur ungenügend Zeit, auf den erneuten Rückgang der Ölvorräte in den USA zu reagieren. Heute Morgen zeigt der Handel in Fernost keine scharfe Reaktion auf die niederschmetternden Zahlen.

Ist es die Ruhe vor dem Sturm oder gibt es grundsätzlich neue Einschätzungen über die Prinzipien der Ölversorgung? Diese Frage ist angesichts er Preisbewegung als Reaktion auf die Lagerdaten angebracht. Die Rohölvorräte sind auf einen Tiefstand gesunken, der die Gefahr von Raffineriestillständen mangels Rohstoff birgt. Die US-Versorgung mit Ölprodukten wird vom letzten Aufgebot, den Heizöl- und Benzinvorräten, getragen. Sollte es jetzt richtig kalt werden, brechen aller Vorrausicht nach die Dämme. Spürbare Versorgungsengpässe wären dann unvermeidbar.

Die USA sind in steigendem Maß vom Ölimport abhängig. Heute wird in dem einstmals autarken Land 54% des Bedarfs importiert. Diese Zahl wird in den kommenden 20 Jahren auf 70% steigen. Für die wieder erstarkende Wirtschaft ist der ungestörte Ölfluss eine essentielle Grundlage. Die USA stehen als Großimporteur in direkter Konkurrenz mit der noch stärker wachsenden Wirtschaft Chinas. Zwar kann China wie die USA auf eine beachtliche eigene Förderung und Produktion zurückgreifen. Die ist aber für den enormen Bedarf des Landes vollkommen unzureichend.

Die Importzahlen im letzten Bericht über die US-Ölvorräte sind zwar höher als vor einem Jahr. Aber angesichts der leeren Tanks sind sie nicht hoch genug, um zu einer ausreichenden Sicherheitskapazität zurück zu finden.

Die OPEC hat noch keine klare Haltung zu der beunruhigenden Situation gefunden. Die Meinungen innerhalb der Organisation gehen weit auseinander. Die Bandbreite reicht von weiteren Kürzungen auf Grund eines für das zweite Quartal prognostizierten aber anzweifelbaren Nachfragerückgangs bis zu einer Steigerung, um die kontraproduktive Hochpreisphase zu beenden. Russland und Norwegen zeigen hingegen Klarheit. Sie fordern uneingeschränkt mehr Öl für den Markt. Insbesondere Russland handelt auch entsprechend.

Derzeit fehlen Nachrichten für die kurzfristige Handlung an den Märkten. Daher wird im Wesentlichen das Wetter gehandelt. Und das zeigt sich so ambivalent wie die OPEC. Es wird kälter, aber die Temperaturen in den wichtigen Regionen der USA bleiben in der Nähe eines mittleren Niveaus.

Gasöl verteuert sich heute Morgen. Ein signifikanter Preisanstieg bleibt uns aber noch erspart. Die Tonne kostet 275,50$.

Unsere Heizölpreise bewegen sich kaum. Sie klemmen zwischen leicht steigenden Weltmarktpreisen und einem sinkenden Dollar. Angesichts der äußerst knappen Ölvorräte in den USA gehen wir weiter davon aus, dass es im Januar zu Preissteigerungen kommen wird. Daher raten wir Verbrauchern mit leeren Tanks, schnell zuzugreifen und einen Winterbedarf zu ordern.

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