Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Mit Verspätung

Erwartungsgemäß ließen sich die Händler gestern von den zunächst ignorierten Daten über die US-Vorräte inspirieren und sorgten wieder für steigende Preise. Die getöteten Hussein-Söhne verschwinden damit endgültig von der Bildfläche.

Kaum verständlich wie Börsen fast immer sind, hätte die Nachricht vom Tot der Schurken Udai und Kusai fast zu einem Trendwechsel geführt. Aber gestern kehrten handfestere Aspekte in die Bewertung zurück. Und damit wurde der Aufwärtstrend der Ölpreise bestätigt.

Handfest ist der Umstand, dass die USA weiterhin an zu geringen Ölvorräten leiden. Dabei sind die Rohöleinfuhren auf einem relativ hohen Stand. Sie werden allerdings von den Produktimporten deutlich übertroffen. Die waren saisonal noch nie so hoch wie heute. Dem gegenüber steht eine saisonal äußert dürftige Raffineriekapazität. Sie wird teilweise auf den Sturm Claudette zurückgeführt.

Die schlechte Versorgungslage der USA wird die Ölwelt noch lange beschäftigen. Sie gibt den durch rationale oder irrationale Gründe gedrückten Preisen immer wieder Unterstützung. Die Gefahr, dass Öl auf ein Hochpreisniveau wie im Februar zurückkehrt ist latent vorhanden.

Auf der weniger fassbaren Seite von Beweggründen für die Börsen steht die Unsicherheit, die einige wichtige Lieferstaaten in sich tragen. Allen voran Venezuela, Nigeria und der Irak. Diesen Ländern könnte sich eventuell der Iran mit seinen inneren Auflösungserscheinungen anschließen. Zu einem weiteren Kandidaten in der Liste avanciert derzeit Russland. Die Affäre um die führende Ölgesellschaft Yukos nimmt kein Ende. Der zweitgrößte Aktionär Platon Lebedev sitzt weiterhin im Gefängnis. Die Sache scheint ein Streit zwischen Politik und Wirtschaft zu sein, bei der der Staat alle Register zieht. Die Methoden gehören nicht zum Stil entwickelter Industriestaaten und sorgen daher für Verunsicherung. Und das ist nicht gut für die Preisentwicklung, zumindest wenn man lieber fallende Preise sehen möchte.

Bessere Kunde für Verbraucher sollte es vom Dollarmarkt geben. Die Währung schien zu ihrem Abwärtstrend zurückgefunden zu haben. Doch das aktuelle Bild des Charts nähert den Verdacht, dass sich da eine Umkehr anbahnen könnte.

Heute Morgen zieht der Gasölpreis wieder an. Die Tonne kostet zur Stunde 234,25$.

Unsere Heizölpreise legen heute Morgen wieder zu. Sie folgen damit dem Trend am Weltmarkt. Die Umkehr kommt nicht überraschend. Aktuell schmerzt sie noch nicht. Es besteht aber die Gefahr, dass sie von der Dollarentwicklung beschleunigt wird. Dann wären schnell wieder 3-4% Preisanstieg möglich. Wir bleiben daher bei der Empfehlung, die Gunst der Stunde zu nutzen und sich jetzt mit Heizöl einzudecken.

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