Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Närrisches Treiben

Abermals verlief der gestrige Handelstag uneinheitlich und widersprüchlich, soweit die Kategorie des Widersprüchlichen an Börsen überhaupt der Erwähnung bedarf. Der Widerspruch ist ja eher die Normalität einer Börse. Auf den Anstieg der Rohölvorräte folgte ein Anstieg der Rohölpreise und auf den Rückgang der Heizölvorräte folgte ein Rückgang der Heizölpreise. Als klarer Handelsimpuls ist das kaum zu werten.

Die Daten von API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) über die Veränderungen in den US-Tanklagern sind in der Tendenz ähnlich. Das gilt zumindest für Rohöl und Heizöl. Der Rohölvorrat stieg in der letzten Woche um 4,7 bzw. 4,9 Mio. Barrel. Heizöl- und Dieselvorräte sanken um 4,7 bzw. 5,8 Mio. Barrel. Benzin wird mit ?1,7 bzw. +0,6 Mio. Barrel Veränderung angegeben. In Summe fielen die Vorräte um 1,7 bzw. ?0,3 Mio. Barrel gegenüber der Vorwoche. Sowohl Rohöl- als auch Heizölimporte in die USA sind im Wochen- und Jahresvergleich hoch.

Die Daten können als Impulsgeber nur wenig befriedigen. Die Händler müssen sich weiter andere Einflussfaktoren für die Preisbildung suchen. Hauptsächlich bedienen sie sich derzeit der Charttechnik.

Und in der Tat erklärt sie die gestrige Preisbewegung am besten. Beim Rohöl hat sich ein klarer Aufwärtstrend ausgebildet. Dem folgen die Preise blind. Zumindest gilt das für die heute auslaufenden Kontrakte auf Rohöl. Der Chart für Heizöl hat ein Hoch am vergangenen Dienstag gehabt. Seitdem versucht er wieder eine Abwärtsbewegung auszubilden. Überzeugend war das bisher allerdings nicht.

Meldungen mit fundamentalen Impulsen wurden gestern nicht genannt. Die Temperaturen in den wichtigen Heizölregionen der USA bleiben mittelmäßig und damit unergiebig.

Der Dollar hielt gestern sein vergleichsweise höheres Niveau. Analysten rechnen mit einem Fortgang der Abwärtsbewegung. Momentan sind dafür noch keine Anzeichen zu erkennen.

Der Gasölpreis befindet sich immer noch in der Nähe der 260$-Marke. Aktuell kostet die Tonne 263$.

Unsere Heizölpreise dümpeln weiter seitwärts. Nennenswerte Ausschläge sind nicht zu erwarten. Möglicherweise werden sie in diesen Tagen mehr vom Dollar als vom weltweiten Ölmarkt bewegt. Heizöl war vor einem Jahr im Durchschnitt 28% teurer als heute bei 3000 Liter Abnahmemenge. Der Preis ist also gut. Die Wahrscheinlichkeit, dass er weiter fällt, wird geringer. Wer jetzt kauft, kann nicht viel falsch machen.

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